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Gute Pflege - gute Arbeit : das kommunale Dienstleistungszentrum für Bürgerinnen und Bürger
Entstehung
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September 2011 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Gute Pflege gute Arbeit Das kommunale Dienstleistungszentrum für Bürgerinnen und Bürger 1 Barbara Stiegler 2 Auf einen Blick Immer mehr Menschen stehen vor der Frage, wer sie selbst oder einen ihrer Angehörigen im Alter pflegen wird und welche Pflege sie sich leisten können. Das hier vorgeschlagene Modell eines kommunalen Dienstleistungszentrums für Bürgerinnen und Bürger ist ein Ort, an dem Präventions-, Informations­und Beratungs-, Betreuungs- und Pflege­dienstleistungen quartiersbezogen angeboten werden. Diese Angebote sollen für alle finanziell tragbar sein und für die dort Beschäftigten eine gute Arbeit bieten. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird in Zukunft steigen, die Betreuungspotenziale aus der Familie, d. h. überwiegend der weiblichen Familienangehö­rigen, gehen aus den unterschiedlichsten Gründen zurück. Das bestehende Pflegesystem basiert aber auf der Pflegeleistung derFamilie, also auf der unbe­zahlten Arbeit der überwiegend weiblichen Angehö­rigen. Und Frauen sind in doppelter Weise im heu­tigen Pflegesystem betroffen und benachteiligt: Sie sind es, die häufig zunächst die private Pflege der Angehörigen übernehmen, die aber dann, wenn sie selbst pflegebedürftig werden, auf die Heimunter­bringung angewiesen sind, denn ihnen fehlen die pflegenden Angehörigen und/oder die Rente für die häusliche Pflege reicht nicht aus. Denn Frauen, die erst die private Betreuung von Kindern übernom­men haben und später auch noch pflegebedürftige Angehörige privat betreut haben, können für sich selbst keine Pflegeleistungen bezahlen, die über den Betrag hinausgehen, den die(Teilkasko)Pflegever­sicherung bietet. Das Pflegesystem basiert zwar auf der privaten Care Arbeit, diejenigen, die sie leisten, werden aber selbst am schlechtesten versorgt. Und diejenigen, ebenfalls überwiegend Frauen, die die Pflegearbeit professionalisiert leisten, haben einen Beruf, der alle negativen Merkmale eines Frauenbe­rufes trägt: geringe Qualifizierung, niedrige Bezah­lung, hohe Arbeitsbelastungen und kaum Aufstiegs­chancen.