Ingo Kucz, Laura Abbate, Oseanne Blech, Julian Faust Zukunft des ÖPNV Handlungsfelder für den Ausbauund Modernisierungspakt AUF EINEN BLICK Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung haben die Koalitionspartner der Ampelparteien einen Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV vereinbart. Bislang ist dieser Pakt jedoch noch nicht näher konkretisiert. Um Impulse zu geben und konkrete Inhalte vorzuschlagen, hat die Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) auf Basis von Experten:inneninterviews eine Studie erstellt. In neun zentralen Handlungsfeldern zeigt diese Studie, welche Themen im Rahmen des Ausbau- und Modernisierungspakts diskutiert und eingearbeitet werden sollten. Die zentrale Erkenntnis ist: Der ÖPNV und seine Finanzierung müssen deutlich breiter diskutiert und verstanden werden, um den ÖPNV zukunftsfähig zu gestalten. 1. EINLEITUNG Der ÖPNV in Deutschland ist ein zentraler Baustein für das Gelingen einer sozialgerechten und ökologischen Verkehrswende. Die wichtigen Handlungsdimensionen für einen zukunftsfähigen ÖPNV sind dabei breit und vielfältig. Ein besonderer Stellenwert kommt jedoch der Finanzierung des ÖPNV zu. Sie ist eine der verkehrspolitisch wichtigsten Aufgaben in Deutschland. Nach einer(noch anhaltenden) Periode der strukturellen Unterfinanzierung hat die Ampelregierung daher einen Ausbau- und Modernisierungpakt als Ziel vereinbart: „Wir wollen einen Ausbau- und Modernisierungspakt, bei dem sich Bund, Länder und Kommunen unter anderem über die Finanzierung bis 2030 einschließlich der Eigenanteile der Länder und Kommunen und die Aufteilung der Bundesmittel verständigen sowie Tarifstrukturen diskutieren“(SPD et al. 2021: 39). Die Arbeit bzw. eine erkennbare Konkretisierung des Ausbau- und Modernisierungspakts stehen aber noch aus. Um mögliche Eckpunkte für diesen Pakt vorzulegen, hat die FES deshalb eine qualitative Interviewstudie mit verkehrspolitischen Sprecher:innen der SPD in den Bundesländern initiiert. Das Ziel der Studie ist es, Anforderungen der Länder an den Ausbau- und Modernisierungspakt zu formulieren. Im Rahmen dieser Veröffentlichung präsentiert die FES erste Ergebnisse dieser Studie. 1 DIE WICHTIGSTEN HANDLUNGSFELDER FÜR DEN ÖPNV AUS SICHT DER LÄNDER Während auf bundespolitischer Ebene beispielsweise Finanzierungsaspekte wie die des Deutschlandtickets die Debatte bestimmen, werden auf Ebene von Ländern und Kommunen die konkreten Effekte der Finanzierung und betriebsnahe Themen relevanter. Die Anforderungen der Länder an den Ausbau- und Modernisierungspakt sind damit von besonderem Interesse. Denn als Moderatorinnen zwischen bundespolitischen Vorgaben und lokalen Ambitionen bilden sie eine wichtige Instanz, um Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Landespolitiker:innen sehen im Austausch mit dem Bund sowohl das„big picture“ der verkehrspolitischen Debatte und zugleich die konkreten lokalen Bedürfnisse. Die Voraussetzungen der einzelnen Länder im ÖPNV sind schwer vergleichbar, da finanzielle Ausstattungen, das bestehende ÖPNV-Angebot und seine Akzeptanz je nach Bundesland stark variieren. Trotzdem ist im Zuge der Interviews eine Liste an Handlungsfeldern entstanden, die einen Grundkonsens aus Länderperspektive bildet. Im Zentrum der Interviews stand dabei die Frage, welche Themen aus Länderperspektive für den ÖPNV der Zukunft am relevantesten sind vor allem in Bezug auf Ausbau, Finanzierung, Personal, Organisation und technologische Innovation. Zukunft des ÖPNV – Handlungsfelder für den Ausbau- und Modernisierungspakt— FES impuls 1
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Zukunft des ÖPNV : Handlungsfelder für den Ausbau- und Modernisierungspakt
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