Druckschrift 
Sichere Renten und gute Nettolöhne im demografischen Wandel
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Februar 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Sichere Renten und gute Nettolöhne im demografischen Wandel Michael Dauderstädt 1 Auf einen Blick Der demografische Wandel gibt keinen Anlass zur Panik. Selbst unter bescheidenen Wachstumsannahmen verbleibt den künf­tigen aktiven Generationen ein hohes Netto­realeinkommen(nach Abzug der Rentenver­sicherungsbeiträge), auch wenn die Beitrags­sätze deutlich ansteigen. Die notwendige Transfermasse steigt auf etwa 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts(BIP); als Vermögens­anspruch oder implizite Staatschuld beliefe sich dies auf etwa 300 Prozent des BIP. Eine solche Kapitaldeckung scheitert an der unglei­chen Vermögensverteilung in Deutschland und der mangelnden Bereitschaft von Staat und Unternehmen, sich stärker zu verschulden. Die Alterssicherung in Deutschland stürzt von einer eingebildeten Katastrophe in die nächste. Ende des letzten Jahrhunderts schien die gesetzliche Rente nicht mehr tragfähig zu sein. Große Teile von Politik und Wissenschaft betrachteten die aufgrund des demografischen Wandels langfristig absehbaren hö­heren Beitragssätze als schädlich für Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Experten berechneten eine immenseimplizite Staatsschuld, die sich aus der Differenz von bei unveränderter Politik zu er­wartenden Einnahmen und Ausgaben ergab. Um all dem vorzubeugen, gab es Einschnitte bei den Ren­ten, wurde das Renteneintrittsalter erhöht(Rente mit 67) und die private Zusatzversicherung ge­fördert(Riesterrente). In der Folge war ein starker Anstieg der privaten Vermögensbildung in Deutsch­land zu beobachten. Zehn Jahre später ruinierte die Finanzmarktkrise Teile des angesammelten Vermö­gens und die Ertragsaussichten privater Versicherun­gen. Während einerseits gute Konjunkturdaten und etwas bessere Lohnabschlüsse die Rentenkassen füll­ten und(voreilig?) in niedrigere Beitragssätze um­gesetzt wurden, erschien andererseits das Menetekel verbreiteter Altersarmut an den Wänden des öffent­lichen Diskursraums. Dabei genügt wie die folgende Modellrechnung zeigt schon ein halbwegs durchschnittliches Wachstum, um auch die sicher zunehmende Gruppe älterer Menschen weiter ordentlich zu versorgen. Dieses