PERSPEKTIVE| FES BRASILIEN Brasilien wählt eine Präsidentin, aber welche Politik? YESKO QUIROGA September 2014 n Am 5. Oktober 2014 werden in Brasilien die achten allgemeinen Wahlen seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1985 stattfinden. Fast 143 Millionen Wählerinnen und Wähler werden spätestens mit dem zweiten Wahlgang am 26. Oktober die voraussichtlich neue Präsidentin, 27 Landesregierungen und Landesparlamente, drei Viertel des Senats sowie die Zusammensetzung des gesamten Abgeordnetenhauses bestimmen. n Die letzten 20 Jahre waren durch die Polarisierung zwischen der Arbeiterpartei(PT) und den Sozialdemokraten(PSDB) geprägt. Ein großer Teil der relativ jungen Bevölkerung kennt nur diese politische Konstellation, die auch die Wählerschaft in zwei sozioökonomische Schichten teilte: Je ärmer, desto eher ging die Stimme an den Kandidaten bzw. die Kandidatin der PT. Je wohlhabender, desto eher fiel die Entscheidung für die PSDB. n Seit 2002 konnten für die Wahl von Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff(PT) Mehrheiten mobilisiert werden. Diese wurden von einer Viel-Parteien-Koalition parlamentarisch gestützt. Die PT selbst verfügt nur über 17 Prozent der Sitze im Abgeordnetenhaus. n Die Wiederwahl von Rousseff schien relativ sicher, bis der Tod des Präsidentschaftskandidaten der sozialistischen Partei(PSB), Eduardo Campos, sieben Wochen vor den Wahlen zu einer überraschenden Veränderung der Kräfteverhältnisse führte.
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