FES impuls Angela Borgwardt Mehr Daten nutzbar machen! Anforderungen an ein Forschungsdatengesetz Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 11 Auf einen Blick Im Zuge der digitalen Transformation hat die Bedeutung von Daten für die Wissenschaft immer mehr zugenommen. Datenintensive Forschung leistet einen zentralen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen und unterstützt gesellschaftliche Weiterentwicklung und Innovation. Gegenwärtig bestehen in Deutschland jedoch Defizite beim Datenzugang und bei der Nutzung von Daten durch die Wissenschaft. Die großen Potenziale von Forschungsdaten bleiben aufgrund technischer und rechtlicher Hürden häufig noch ungenutzt. Um die Möglichkeiten von Forschungsdaten für die Wissenschaft im Gemeinwohlinteresse besser zu erschließen, plant die Bundesregierung ein Forschungsdatengesetz. In vorliegendem Papier werden Empfehlungen gegeben, welche Aspekte bei der Ausgestaltung des Gesetzes berücksichtigt werden sollten. Wachsende Bedeutung von Forschungsdaten Die Bedeutung von Daten für die Forschung wird zunehmend wichtiger. Forschung hat zwar schon immer mit Daten gearbeitet, doch sind die Möglichkeiten datenintensiver Forschung durch die Digitalisierung stark angestiegen: Es können immer mehr Daten erhoben, gesammelt, verarbeitet und bereitgestellt werden. Zudem findet Forschung immer häufiger in komplexen, interdisziplinären Projekten und großen Forschungsverbünden statt, in denen sehr viele Daten produziert werden, was ein umfassendes Datenmanagement erforderlich macht. Aber nicht nur die Menge der digitalen Daten wächst exponentiell an, sondern es sind auch immer mehr digitale Werkzeuge verfügbar, um eine große Menge an Daten zu archivieren, auszuwerten und nutzbar zu machen. Datengetriebene Forschung spielt inzwischen eine zentrale Rolle bei der Bearbeitung wissenschaftlicher Fragen und leistet so auch einen wesentlichen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, zum Beispiel in den Bereichen Klima, Mobilität oder Gesundheit. Damit unterstützt sie entscheidend gesellschaftliche Weiterentwicklung und ermöglicht Innovation. Datenintensive Forschung verändert auch die Wissenschaft selbst. Die intensive Nutzung digitaler Daten eröffnet der Forschung eine Vielzahl neuer Möglichkeiten und Methoden der Datengewinnung, des Datenaustauschs und der Datenanalyse. Um die mit Forschungsdaten verbundenen Potenziale bestmöglich nutzen zu können, braucht es nicht nur geeignete rechtliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen, sondern nach Ansicht des Wissenschaftsrats auch einen Kulturwandel, der aktiv gestaltet werden muss und verschiedene Prinzipien umfasst, etwa Teilen und Kooperieren, Themen- und Methodenvielfalt und die Sicherung wissenschaftlicher Standards(WR 2020). Wissenschaftsrat: Zum Wandel in den Wissenschaften durch datenintensive Forschung Was sind Forschungsdaten? Forschungsdaten sind„Aufzeichnungen in digitaler Form, bei denen es sich nicht um wissenschaftliche Veröffentlichungen handelt und die im Laufe von wissenschaftlichen Forschungstätigkeiten erfasst oder erzeugt und als Nachweise im Rahmen des Forschungsprozesses verwendet werden oder die in der Forschungsgemeinschaft allgemein für die Validierung von Forschungsfeststellungen und-ergebnissen als notwendig erachtet werden“.(Datennutzungsgesetz§ 3, Abs. 10) Mehr Daten nutzbar machen! Anforderungen an ein Forschungsdatengesetz – Eine Stunde für die Wissenschaft Paper No. 11— FES impuls 1
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Mehr Daten nutzbar machen! : Anforderungen an ein Forschungsdatengesetz
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