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Verhinderte Fachkräfte : wie soziale Ausschlussmechanismen die Arbeitsmarktintegration von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern systematisch verhindern
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Forough Hossein Pour Verhinderte Fachkräfte Wie soziale Ausschlussmechanismen die Arbeitsmarktintegration von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern systematisch verhindern AUF EINEN BLICK In der Diskussion zur Fachkräftesicherung werden die Potenziale hoch qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittstaaten, die bereits in Deutschland leben, kaum wahrgenommen. Oft landen sie aufgrund rechtlicher, behördlicher und gesellschaftlicher Mehrfachdiskriminierung in prekären Arbeitsver­hältnissen. Eine Sichtbarmachung der strukturel­len Hürden ist Voraussetzung für ihren Abbau. Dieser ist notwendig, damit individuelle Potenzia­le der Betroffenen verwirklicht und gesellschaft­liche Fachkräftebedarfe verbessert abgedeckt werden können. EINLEITUNG Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig und branchen­übergreifend. Während die Wirtschaft nach Fachkräften ruft, versucht die Bundesregierung mit dem reformierten Fachkräfteeinwanderungsgesetz auch Menschen aus Nicht­EU-Ländern für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Fakt ist aber auch, dass über die vergangenen Jahre ein starker Anstieg bei den Helfertätigkeiten zu verzeichnen ist. Dieser geht nahezu ausschließlich auf die Beschäfti­gung von Personen mit ausländischem Pass zurück(Sei­bert et al. 2023: 7). Neben den Beschäftigten aus den östli­chen EU-Staaten hat auch der Anteil Beschäftigter aus Asylherkunftsländern im Helferbereich stark zugenommen (Seibert et al. 2023: 7). Dabei hat ein beachtlicher Anteil der Asylsuchenden, die Zugang zum Arbeitsmarkt anstreben, in ihren Her­kunftsländern einen akademischen Abschluss erworben. Im Bereich der beruflichen Bildung gaben 2022 22,5 Pro­zent der Frauen und 17,1 Prozent der Männer, die einen Asylantrag stellten, einen akademischen Abschluss an (vgl. Heß 2023: 17). Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befra­gung, die die Arbeitsmarktintegration von Personen, die zwischen 2013 bis 2016 nach Deutschland geflüchtet sind, auswertet, weisen ebenfalls einen Anteil von 17,4 Prozent an Universitäts- und Hochschulabsolventen_innen unter den Befragten aus(vgl. Kosyakova: 2020: 11). Auf Grund­lage dieses Datensatzes lässt sich nachvollziehen, dass rund 20 Prozent der Befragten vor ihrer Flucht nach Deutsch­land hochkomplexe Spezialisten- und Expertentätigkeiten ausführten, für die ein Studium vorausgesetzt werden kann (Brücker et al. 2023: 12). Sieben Jahre nach Zuzug arbeiten 45 Prozent der Männer und 57 Prozent der Frauen mit Fluchtgeschichte unterhalb ihres Tätigkeitsniveaus vor ih­rer Flucht nach Deutschland(Brücker et al. 2023: Tabellen­band, Tab. 8). Was sind die Gründe für diese Diskrepanz? Warum werden Fachkräfte aus Drittstatten so häufig nicht ausbil­dungsadäquat beschäftigt? Es ist mittlerweile vielfach wis­senschaftlich belegt, dass insbesondere die Gruppe ge­flüchteter Frauen nur schwer einen(guten) Einstieg in den Arbeitsmarkt findet(vgl. Fendel/Schreyer 2021). Doch greift die Ursachenanalyse bisher meist zu kurz und struk­tureller und institutioneller Rassismus werden im Kontext von Arbeitsmarktintegration viel zu wenig thematisiert. Dabei gibt es immer mehr valide Studien wie den Jahres­bericht der Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung Gleiche Rechte für alle*(2022), die zeigen, dass rassifi­zierte Menschen Menschen also, die aufgrund äußerer Merkmale Stereotypisierung und implizite Hierarchisie­rung erfahren nicht nur im Alltag, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt und in öffentlichen Strukturen Rassismus ­erfahren. Ebenso belegt eine Untersuchung zur Abwanderung ausländischer Fachkräfte:Zwei von drei hochqualifizier­ten Fachkräften aus außereuropäischen Herkunftsländern hatten in Deutschland rassistische Diskriminierungserfah­rungen gemacht, die Hälfte davon in Behörden und ein Drittel im Arbeitsleben(Boockmann et al. 2022: 11). Verhinderte Fachkräfte FES impuls 1