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Die gerechte Mobilitätswende ist feministisch
Entstehung
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Pat Bohland Die gerechte Mobilitätswende ist feministisch AUF EINEN BLICK Die Mobilitätswende ist ein heiß umkämpftes Feld. Die Transformation dieses Sektors kann nur gelingen, wenn die Erreichbarkeit von Alltagszie­len für alle Menschen in den Fokus gerückt wird. Planung und Umsetzung müssen menschenzen­triert und klimaschonend werden. Die Ermögli­chung von Mobilität und die Zugänglichkeit un­terschiedlicher Fortbewegungsmittel sollte nach feministischen Grundsätzen der Aufwertung von Sorgearbeit Rechnung tragen. Gleichzeitig er­laubt eine feministische Analyse, unterschiedliche Bedarfe und Bedürfnisse von Gruppen einzube­ziehen, die bisher vernachlässigt wurden. KLIMAKRISE UND DIE NOTWENDIGKEIT ­EINER SOZIAL GERECHTEN MOBILITÄTS­WENDE DIVERSITÄT VON WEGEZWECKEN Mobilität ist Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe. Sie er­möglicht das Erreichen von Orten des täglichen Bedarfs und die Ausführung unterschiedlichster Tätigkeiten. Mobilität kann für sich allein genommen Mittel zum Zweck sein, aber in der Alltagsmobilität ist sie vorrangig mit anderen Zielen verbunden. So führt Mobilität im Alltag zu sozialen Zielen, zu Freund_innen und Familienangehörigen, zu Ausbil­dungs- und Arbeitsorten, zu Freizeit- oder ehrenamtlichen Aktivitäten. Im Zusammenhang mit Sorgearbeit werden Wege häufig zum Zweck der Begleitung von Kindern, älte­ren Personen oder mobilitätseingeschränkten Menschen zu­rückgelegt. Auch alltägliche Besorgungen, Termine der ge­sundheitlichen Versorgung und Vorsorge oder Behörden­gänge können hauptsächlich mittels des Zurücklegens von Wegen, also mithilfe von Mobilität wahrgenommen werden. SOZIALE FAKTOREN UND WEGEMUSTER Die Betrachtung von(alltäglichen) Wegezwecken macht deutlich, welche unterschiedlichen sozialen Faktoren Ein­fluss auf Wegemuster haben: die Lebensverhältnisse und der Wohnort, der Lebensabschnitt und die Versorgung ab­hängiger Personen, Sorgearbeitsverpflichtungen und Be­schäftigungsverhältnisse. All diese wiederum werden von sozialen Merkmalen wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft/Hautfarbe, sozial-ökonomischer Lage/Klasse beeinflusst und prägen Mobilitätserfahrungen aufgrund von Diskriminierungserfahrungen und(subjekti­vem) Sicherheitsempfinden. Zusätzlich zu den Wegezwe­cken beeinflussen diese sozialen Faktoren die Charakteris­tik der Alltagswege. Es gibt lineare Wegestrecken(lang und kurz), die vor allem für Vollzeitbeschäftigte zu den Haupt­alltagswegen gehören. Alle anderen Gruppen haben kom­plexere Wegeverkettungen mit kürzeren und längeren We­gen, die bezahlte Beschäftigung, Sorgearbeit, Freizeit und Begleitwege verbinden und sie ebenfalls zu relevanten All­tagswegen machen. FORTBEWEGUNG UND KLIMAKRISE Zusätzlich zu den sozialen Faktoren, die Wege inklusive Zwecke, Distanz, zeitlicher Dauer und Komplexität/Verket­tung beeinflussen, kommen für eine nachhaltige Mobili­tätswende die Fragen nach Fortbewegungsarten und deren Klimabilanz hinzu. Knapp ein Fünftel der in Deutschland verursachten Treibhausgasemissionen(THG) wie Kohlen­stoffdioxid(CO 2 ), Methan(CH 4 ) und Distickstoffmonoxid (N 2 O) sind auf verkehrsbedingte Emissionen zurückzufüh­ren. Damit ist dieser Sektor seit 1990 für ansteigende statt sinkende THG verantwortlich. Auch im Jahr 2022 sind laut Schätzungen von Agora Energiewende die THG weiter ge­stiegen, sodass das im Klimaschutzgesetz festgelegte Sekto­renziel um 11 Millionen Tonnen verfehlt wird(Agora Ver­kehrswende 2022). Zu den Ursachen zählen neben dem steigenden Straßengüterverkehr auf der Straße auch die weiterhin steigende private Nutzung von Pkw. Pkw sowie Die gerechte Mobilitätswende ist feministisch FES impuls 1