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Ausbildungsgarantie : Instrument zur Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Integration junger Menschen
Entstehung
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FES impuls Dieter Euler, Susan Seeber Ausbildungsgarantie Instrument zur Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Integration junger Menschen Auf einen Blick In der politischen Fachdiskussion besteht weitge­hend Konsens darüber, dass die Berufsausbildung u.a. die Fachkräftesicherung und die soziale Inte­gration der Schulabgänger_innen in Gesellschaft und Beruf gewährleisten soll. Beide Funktionen werden allerdings seit geraumer Zeit nur unzurei­chend erfüllt. Eine Ausbildungsgarantie kann die­ser Problematik wirksam entgegenwirken. 1 Einleitung Seit mehr als zwei Dekaden sind etwa 15 Prozent der 25- bis 34-Jährigen, das sind rund 2,1 Millionen junge Menschen, in Deutschland ohne Berufsabschluss. Das Ziel der Allianz für Aus- und Weiterbildung, diesen Anteil bis 2018 auf acht Pro­zent abzusenken, wurde bislang verfehlt. Ein bildungspoliti­scher Handlungsbedarf ist daher unabweisbar. Während in der öffentlichen Berichterstattung aktuell die Ansicht dominiert, es mangele an ausbildungsbereiten Ju­gendlichen und es könnten viele offene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, zeigt sich in der Gesamtschau der be­ruflichen Ausbildung ein differenziertes Bild. Während für bestimmte Regionen und Berufe durchaus Besetzungsproble­me bestehen, finden in anderen Bereichen ausbildungswillige Jugendliche keine für sie akzeptable Ausbildungsstelle. Die gegenwärtigen Problemlagen in der Steuerung können offen­sichtlich im Rahmen der bestehenden Wirtschafts- und Ge­sellschaftsverfassung über angebotene Förderstrategien und -instrumente allein nicht gelöst werden. Vor diesem Hintergrund kann die Einführung einer Aus­bildungsgarantie einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Problemlage leisten. Dieses FES impuls ist das Kurzpapier eines FES diskurs zur selben Thematik. Für genauere Ausführungen zu einzelnen Punkten kann auf diese Publikation zurückgegriffen werden. 2 Handlungsbedarfe im Bereich der Fachkräftesicherung Trotz eines substanziellen Beschäftigungswachstums und einer prosperierenden Wirtschaftslage nach der Finanzkrise 2007/2008 ist ein insgesamt geschrumpftes Angebot an dualen Ausbildungsplätzen in Deutschland zu beobachten. Darüber hinaus bestehen anhaltende Schieflagen in der Versorgung mit Ausbildungsplätzen insgesamt und nach Regionen. Zwar stieg die erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation(eANR) an dualen Ausbildungsplätzen in den vergangenen beiden Dekaden kon­tinuierlich und kletterte bis 2021 bundesweit auf 99,2, sie ist damit jedoch weiterhin deutlich entfernt von einem auswahlfä­higen Angebot. In neun der 16 Bundesländer besteht eine teils sehr deutliche Unterdeckung an Ausbildungsplätzen. Lediglich in zwölf von 145 Arbeitsagenturbezirken kann überhaupt von einem auswahlfähigen Angebot, das heißt einer eANR von 112,5, gesprochen werden(AGBB 2022: Tab. E2-2web und E2­3web). Wachsende Passungsprobleme im Angebot an und in der Nachfrage nach beruflicher Ausbildung, insbesondere un­ter der berufsfachlichen, aber auch der verhaltens- und eigen­schaftsbezogenen Perspektive, führen dazu, dass Betriebe und Jugendliche nicht zusammenfinden(AGBB 2022: 172). Zudem verweisen diese Passungprobleme darauf, dass über eine allei­nige Marktregulierung von Ausbildungsmöglichkeiten beste­hende Schwierigkeiten nicht zu lösen sind. Schließlich ist auch die gesunkene Nachfrage nach dualer Ausbildung um mehr als ein Viertel innerhalb der vergangenen 15 Jahre nicht allein de­mografisch verursacht, sondern muss als Attraktivitätsverlust betrieblicher Ausbildung interpretiert werden. Die konjunktu­rellen, strukturellen und disruptiven Einflüsse auf das Ausbil­dungsangebot nach Regionen und Berufen führen offenkundig zu Verunsicherungen bei den jungen Menschen, die einerseits in Krisenzeiten Übergänge in den Ausbildungsmarkt verzögern, andererseits sich aber auch für Alternativen zu einer dualen Aus­bildung entscheiden(z.B. Aufnahme eines Studiums). Auch sind schulische Ausbildungen außerhalb von Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen in den vergangenen 15 Jah­Ausbildungsgarantie Ein Instrument zur Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Integration junger Menschen FES impuls 1