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Technologiefonds - Anschub für die digitale und ökologische Transformation der Industrie
Entstehung
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Heike Belitz, Martin Gornig DIREKT 20/ 2021 TECHNOLOGIEFONDS Anschub für die digitale und ökologische Transformation der Industrie 1 AUF EINEN BLICK Die Game-Changer-Technologien zur Dekarbonisie­rung und Digitalisierung der Industrie sind nicht ­nur mit hohen Forschungskosten, sondern auch mit enormen Investitionssummen und Umsetzungs­risiken verbunden. Politikkonzepte, die allein auf Technologieoffenheit und vorwettbewerbliche Förderung setzen, führen ins Leere. Mit staatlich finanzierten Technologiefonds hingegen kann der notwendige Strukturwandel der Industrie in Deutschland und Europa einen entscheidenden Schub bekommen. In nahezu allen entwickelten Volkswirtschaften wurde nach der Wirtschaftskrise 2009 die Industrie als Stabilitätsanker wiederentdeckt und daraus industriepolitischer Handlungs­bedarf abgeleitet. Die Corona-Pandemie hat gegenüber den Folgen der Finanzkrise noch mal zu einem global viel tieferen und breiteren Einbruch geführt. Der Weg aus der Talsohle wird aber auch diesmal nur dann gelingen, wenn die Industrie als zentraler Schlüsselsektor der deutschen Volkswirtschaft wieder auf Wachstumskurs geführt wird. INDUSTRIE ALS GARANT FÜR WOHLSTAND UND WACHSTUM Eine starke und differenzierte Industrie sichert ebenso wie die mit ihr verbundenen Dienstleistungen den Wohlstand in Deutschland und Europa. So leistet die Industrie einen wesent­lichen Beitrag zur Stabilität des Außenwertes des Euro und damit für die Kaufkraft in Deutschland und der Eurozone. In Deutschland ist die Industrie für weit mehr als 80 Prozent ­der Exporte verantwortlich. Die Industrie spielt zudem eine bedeutende Rolle für eine ausgewogene Verteilung des Wohlstands. In diesem Sektor werden viele Maschinen ein­ge­setzt und damit wird eine hohe Arbeitsproduktivität ­erreicht, zudem herrscht eine starke Tarifbindung. Beides zusammen trägt wesentlich zu hohen Löhnen auch in mittleren Gehalts­segmenten bei. Gleichzeitig kommt der Industrie in Bezug auf technologi­schen Fortschritt eine wichtige Rolle zu. Die Industrie ist für den Großteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der deutschen Wirtschaft verantwortlich. Ein Indikator für technologischen Fortschritt ist die Entwicklung der totalen Faktorproduktivität, die jenes Wachstum abbildet, welches über die reine Zunahme des Arbeits- und Kapitaleinsatzes hi­-­naus vor allem durch Innovationen realisiert wird. Deutschland leidet wie die meisten anderen entwickelten Länder zuletzt unter einer ausgeprägt schwachen Produktivitätsentwick­lung. Von den großen Wirtschaftssektoren leistet lediglich die Indus­trie noch einen spürbaren Beitrag zum Wachstum der totalen Faktorproduktivität. Deutschland ist auch angesichts der demo­grafischen Entwicklung und der aktuell zunehmen­den Verschuldung auf diese Produktivitätszuwächse angewie­sen. Ohne sie ist der Wohlstand breiter Teile der Bevölkerung massiv gefährdet. DIGITALISIERUNG UND DEKARBONISIERUNG ERFORDERN NEUE TECHNOLOGIEPOLITISCHE ORIENTIERUNG So wichtig die Industrie für den Erhalt des Wohlstands in Deutschland und Europa ist, so sehr steht sie selbst durch technologische und politische Veränderungen unter Druck. Die Digitalisierung verändert die Produktionsbedingungen auch in der Industrie grundlegend. Neue Wettbewerber aus der Technologiebranche drängen mit digitalen Lösungen in den Markt. Industrieunternehmen müssen daher immer >