Angela Borgwardt „… Happy Birthday BAföG! Aber: Du musst Dich ändern!“ NETZWERK Eine St W u I n S d SE e N f S ü C r HA d F i T e Wissenschaft Paper No. 3 Online-Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung am 20. MAI 2021 Das BAföG feiert im Jahr 2021 seinen 50. Geburtstag. Millionen von jungen Menschen hat diese Förderung das Studium erleichtert oder sogar erst ermöglicht. Dadurch wurde die Chancengleichheit in der Bildung erheblich befördert. Das Jubiläumsjahr bietet aber auch Anlass, Bilanz zu ziehen und über notwendige Veränderungen zu diskutieren. So ist die Zahl von BAföG-Empfänger_innen immer weiter gesunken und die Höhe der Studienfinanzierung wird als unzureichend betrachtet. Das vorliegende Paper fasst die Ergebnisse einer Online-Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung zusammen. Im Fokus stehen drei Fragen: Inwiefern greift das BAföG noch als flächendeckendes und auskömmliches Instrument der Studienfinanzierung? Welcher Reformbedarf wird gesehen? Wie stehen die Chancen auf eine Umsetzung der Reformen? Das BAföG – Ziele und Entwicklung Das Bundesausbildungsförderungsgesetz(kurz BAföG) wurde im Jahr 1971 unter Bundeskanzler Willy Brandt für finanziell bedürftige Schüler_innen und Studierende eingeführt, um durch eine„ individuelle Ausbildungsförderung auf eine berufliche Chancengleichheit hinzuwirken“ 1 . Damit einher ging die Öffnung der Hochschulen für alle gesellschaftlichen Schichten: Der Hochschulzugang sollte nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Dr. Edelgard Bulmahn, Bundesbildungsministerin a.D., zieht nach 50 Jahren eine insgesamt positive Bilanz:„Das BAföG hat sich uneingeschränkt gelohnt, da mit seiner Hilfe über 4,8 Millionen Menschen aus Familien mit geringerem Einkommen studieren konnten.“ Im Unterschied zu den Vorgängermodellen war das BAföG ein Novum: Zum ersten Mal wurde ein einklagbarer Rechtsanspruch auf die Studienfinanzierung eines Hochschulstudiums geschaffen und die Förderung nicht mehr von besonderen Leistungen abhängig gemacht(wie z.B. beim 1957/58 eingeführten Honnefer Modell). Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) Die Höhe der Ausbildungsförderung als monatlicher pauschaler Betrag orientiert sich an der Art der Ausbildungseinrichtung(z.B. Gymnasium oder Hochschule) und an weiteren Faktoren, vor allem am Einkommen und Vermögen der Eltern bzw. Partner_innen. Seit dem Wintersemester 2020/21 können Studierende einen BAföG-Höchstsatz von 861 Euro erhalten, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen und eine Familienversicherung nicht mehr möglich ist. 2 In den letzten fünf Jahrzehnten hat das BAföG zahlreiche Veränderungen erfahren, indem die Förderung immer wieder neu ausgestaltet wurde 3 : Anfangs wurde ein Vollzuschuss ausbezahlt, ab 1974 schrittweise ein Teildarlehen, ab 1982 ein Volldarlehen eingeführt. 1990 erfolgte die Umstellung auf eine
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"... Happy Birthday BAföG! Aber: Du musst Dich ändern!" : Online-Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung am 20. Mai 2021
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