A N A LY S E ARBEIT UND SOZIALE GERECHTIGKEIT GEWERKSCHAFTEN IN SPANIEN Strukturelle Bedingungen und aktuelle Herausforderungen Holm-Detlev Köhler März 2021 Im März 2021 gelang es den Gewerkschaften in Spanien im trilateralen Dialog mit den Arbeitnehmerverbänden und der Regierung als erstem Land in der EU eine Vereinbarung zum Schutz der Plattform-Arbeitnehmer_innen zu treffen: Lieferant_innen für Konzerne wie Deliveroo, Glovo, Stuart, Amazon und UberEats werden zukünftig als Arbeitnehmer_innen(und damit nicht als Selbstständige) eingestuft. Ihnen stehen Rechte wie beispielsweise Zugang zu den Diensten der Sozialversicherung zu. Mit der Koalitionsregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez(seit Januar 2020) ist der einst brachliegende soziale Dialog zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeber_innenverbänden und der Regierung wiederbelebt worden. In diesem Kontext konnten unter der Ägide der Arbeitsministerin Yolanda Díaz(Podemos) gleich in den ersten 14 Monaten wichtige Verhandlungsergebnisse für Arbeitnehmer_innen(Kurzarbeit, Telearbeit, gleicher Lohn für gleiche Arbeit) erzielt werden. Die Coronakrise hat Spanien hart getroffen. Traditionelle Strukturschwächen der spanischen Wirtschaft sind – trotz der leichten wirtschaftlichen Erholung seit 2014- noch prägend: Dominanz des Tourismus und Immobiliensektors, niedrige Produktivität, hohe Einkommensungleichheit, großer Niedriglohnsektor mit prekären Arbeitsverhältnissen, ein prekärer Arbeitsmarkt, deregulierte Arbeitsbeziehungen und geschwächte Gewerkschaften.
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Gewerkschaften in Spanien : strukturelle Bedingungen und aktuelle Herausforderungen
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