Ricarda Ziegler, Markus Weißkopf Wer forscht warum wozu? Transparenz über Förderung, Interessen und Motive als Herausforderung NETZWERK WISSENSCHAFT für die Wissenschaftskommunikation IMPULSPAPIER FÜR DIE FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG Auf Transparenz über Förderungen, Interessen und Motive wird in der Wissenschaftskommunikation in Deutschland bisher wenig Wert gelegt. Gleichzeitig zeigen Studien aber, dass Misstrauen und Skepsis vor allem dann entstehen, wenn der Wissenschaft eine mangelnde Gemeinwohlorientierung oder Einfluss von außen – sei es durch Politik oder Wirtschaft – unterstellt wird. Vor dem Hintergrund einer steigenden Bedeutung des Vertrauens in Wissenschaft in Zeiten von Pandemie und Klimakrise gilt es, diese Zusammenhänge im Blick zu behalten. Die Daten des Wissenschaftsbarometers und die Ergebnisse qualitativer Auswertungen von Fokusgruppengesprächen im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung liefern dazu eine gute Grundlage. Unter Bezug auf das Konzept der s cientific literacy wird in diesem Papier für eine verstärkte und proaktive Thematisierung von Interessen(-skonflikten), Motiven und Förderungen argumentiert. Abschließend werden Handlungsempfehlungen für die Wissenschaftskommunikation formuliert. EINLEITUNG Wissenschaftler_innen und ihrer Forschung wurde während der Coronapandemie in Deutschland genau wie in vielen anderen Ländern eine bis dahin selten gekannte öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Die große Relevanz wissenschaftlichen Wissens, die neu erworbene Prominenz verschiedener Virolog_innen und Forscher_innen sowie die vielfältige Kommunikation über Wissenschaft in Nachrichtensendungen, Talkshows oder Podcasts ließen unter Wissenschaftskommunikator_innen und Vertreter_innen des Wissenschaftssystems auch weitergehende Hoffnungen aufkommen. Viele dachten, dass sich durch die große Aufmerksamkeit in scheinbar allen Teilen der Gesellschaft auch generell das öffentliche Interesse an und die Informiertheit über wissenschaftliche Themen erhöhen könnte. Weiterhin war die Hoffnung groß, dass langfristig die scientific literacy – die wissenschaftliche(Grund-) Bildung der Bürger_innen zu Wissenschaft und Forschung – anwachse; dass es endlich gelänge, auch verstärkt Methoden und Prozesse der Wissenschaft zu vermitteln und dass Wissenschaft und Forschung eine neue gesellschaftliche Wertschätzung entgegengebracht werde.
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Wer forscht warum wozu? : Transparenz über Förderung, Interessen und Motive als Herausforderung für die Wissenschaftskommunikation : Impulspapier für die Friedrich-Ebert-Stiftung
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