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Gute wissenschaftliche Politikberatung nach der Pandemie : zehn Empfehlungen : Impulspapier für die Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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NETZWERK WISSENSCHAFT Stefanie Molthagen-Schnöring, Jan Wöpking Gute wissenschaftliche Politikberatung nach der Pandemie: Zehn Empfehlungen IMPULSPAPIER FÜR DIE FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG In der Pandemie ist Wissenschaft politischer und Politik wissenschaftlicher geworden. Zugleich sind die Aushandlungs- und Abstimmungsprozesse von Wissenschaft und Politik komplexer und mitunter komplizierter geworden. Wissenschaftliche Politik­beratung ist stärker als bisher in die Aufmerksam­keit von Medien und Gesellschaft geraten. Dies bedeutet eine enorme Chance. Um den gestie­genen Erwartungen an wissenschaftliche Politikbe­ratung zu entsprechen, sind Wissenschaft und Po­litik aufgerufen, die Praktiken und Standards ihrer Zusammenarbeit weiter zu entwickeln. Das vorlie­gende Papier soll dazu beitragen und entwickelt zehn Empfehlungen für gute wissenschaftliche Po­litikberatung. AUSGANGSLAGE In der Corona-Pandemie hat die Wissenschaft so un­mittelbar und sichtbar Einfluss auf die Politik und den Alltag der Menschen genommen wie selten zuvor. Entsprechend bekommt die Frage, wie wissenschaft­liche Politikberatung nach der Pandemie aussehen soll, zunehmend Aufmerksamkeit:Wir müssen die Politikberatung neu aufstellen!, fordern etwa Caro­line Schmutte und Heyo Kroemer(2021). Denn für die wissenschaftsgeleitete Bekämpfung von Covid-19 war neben der Erforschung des Virus und der präze­denzlos schnellen Entwicklung eines hochwirksamen Impfstoffs vor allem die Beratung der Politik entschei­dend:Viele wissenschaftliche Akteure haben zur In­formation und Beratung politischer Entscheidungs­träger einschließlich der Arbeitsebene beigetragen (Wissenschaftsrat 2021: 18). Wissenschaftler_innen haben Regierungen und Parlamente zu Abstandsre­geln, Inzidenzwerten und Impfstrategien beraten und zugleich über Podcasts, Talkshows und Zeitungsar­tikel die Gesellschaft informiert und aufgeklärt. Of­fenbar mit Erfolg denn der Wissenschaft wurde in der Pandemie seitens der Bevölkerung großes Ver­trauen entgegengebracht(vgl. Wissenschaft im Dia­log 2020). Eine auf Fokusgruppen basierende Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt zudem, dass in der Gesellschaft ein klares Bild über die Aufgabenvertei­lung zwischen Wissenschaft und Politik vorherrscht: Die Wissenschaft stellt Informationen, Analysen und Empfehlungen zur Verfügung, während die letztliche Verantwortung und Entscheidungskompetenz bei der Politik liegt(vgl. FES/pollytix 2021: 24). Kurz: Wissen­schaft berät, Politik entscheidet. Ist also alles in Ordnung zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft? Ganz so einfach ist es nicht. Denn der anfängliche Eindruck passgenauer Zusammenarbeit zwi-