qualitative Kriterien berücksichtigt. Die quantitative Beobachtung setzt bei den Kommunikationsaktivitäten an. Kommunikation kann natürlich auch durch die Nachfrageseite(Bürger_innen) angestoßen werden. Doch die legitime Erwartung der Bürger_innen bzw. der Abonnent_innen der Facebook-Seite ist, dass ein Gemeindeoberhaupt proaktiv informiert bzw. postet. Neben der reinen Häufigkeit wird ebenfalls erhoben, wie viele Reaktionen und Kommentare auf Beiträge der Bürgermeister_innen erfolgen. Wird als ein wesentlicher Aspekt bzw. Vorteil der politischen Kommunikation über die sozialen Medien die Möglichkeit der Interaktion angesehen, sollte man sich auch damit auseinandersetzen, inwiefern diese Interaktion in der Praxis stattfindet. Die qualitative Betrachtung setzt beim Erscheinungsbild des jeweiligen Facebook-Profils an. Aus Sicht der Bürgermeister_innen ergeben sich zwei grundlegende Möglichkeiten, den eigenen Auftritt zu gestalten. Entweder wird das Amt oder die Privatperson betont. So kann z. B. über die gewählten Profilbilder und die Hintergründe sowie die wesentlichen im Profil hinterlegten Informationen der Charakter der Seite unterschiedlich geprägt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das eigene Profil bei Facebook als offizielle Seite zu betreiben und auf diesem Weg den eigenen Auftritt„amtlicher“ zu gestalten. 8 Natürlich sind zwischen den beiden Polen„Amt“ und„Person“ verschiedene Mischungen denkbar, jedoch sollte zumindest eine grundsätzliche Tendenz zu erwarten sein. Zweitens wird die grundlegende Ausrichtung der Kommunikation herangezogen. Zwar liegt der eigentliche Wettbewerbsvorteil sozialer Medien gegenüber anderen Kanälen in der Möglichkeit begründet, Kommunikation als Dialog zu gestalten, dies muss vom„Sender“ aber auch gewollt sein. Hier soll näher beobachtet werden, ob sich die Bürgermeister_innen eher auf Informationsvermittlung konzentrieren oder ob Dialog und Interaktion stattfinden. In diesem Zusammenhang spielen drittens die eigentlichen Themen eine Rolle. Während in manchen Fällen Bürger_innen oder Besucher_innen mit ihren Anliegen Themen setzen können, liegt die Hoheit größtenteils bei den Bürgermeister_innen. Die Themensetzung wird natürlich auch durch die grundlegende Entscheidung vorgeprägt, ob Amt oder Person im Vordergrund stehen. Weist eine Seite einen offiziellen Charakter auf, können persönliche Themen deplatziert wirken. Umgekehrt gilt dies auch für regelmäßig erscheinende„offizielle“ Posts in einem sonst privat geprägten Profil. Während dies in Ausnahmefällen sogar zu einer Aufmerksamkeitssteigerung führen könnte, ist eine 8 Außerdem gibt es die Möglichkeit, das Profil durch Facebook „ verifizieren “ zu lassen. Dies ist im Profil durch einen blauen Haken ersichtlich. Während diese Option von Bundespolitiker_innen zumindest teilweise genutzt wird, verzichten alle hier berücksichtigten Fälle darauf. 8
Druckschrift
Wie Bürgermeister_innen Facebook nutzen : eine qualitative Analyse der Facebook-Profile baden-württembergischer Bürgermeister_innen
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