dominiert. Bei fast allen Beiträgen handelt es sich um Beiträge anderer Profile bzw. Organisationen, die mit einer persönlichen Kommentierung erneut geteilt werden. Neben Corona-Informationen des Landkreises und des Landes sind dies vor allem Beiträge der eigenen Gemeinde. Dabei„doppelt“ die Kommentierung häufig den Wortlaut des geteilten Beitrags. Manche Beiträge werden praktisch unkommentiert geteilt, die meisten jedoch mit kurzer und informativer Kommentierung versehen. Ergänzend werden Hashtags und Emojis eingesetzt. Längere Texte bilden eine absolute Ausnahme. In Teilen wirkt die Sprache etwas verwaltungslastig, es wird jedoch auf eine unkomplizierte und direkte Weise kommuniziert. Die hohe Anzahl an Kommentaren legt zunächst nahe, dass die Interaktion auf diesem Profil besonders stark ausgeprägt ist. Tatsächlich beteiligt sich der Bürgermeister(oder auch sein Social-Media-Team) im Untersuchungszeitraum an diesen Diskussionen nur sehr bedingt. Auf ernst gemeinte Fragen antwortet er meistens, da sich jedoch viele Kommentare und Fragen jenseits der Netiquette bewegen, findet keine Reaktion statt. 4 Vergleichende Betrachtung und Zusammenfassung Betrachtet man die ausgewählten Facebook-Profile noch einmal direkt nebeneinander, werden zahlreiche Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede deutlich. Vergleicht man zunächst die Beitragshäufigkeit, lassen sich drei Nutzungstypen unterscheiden. Rund ein Viertel der Bürgermeister_innen nutzt Facebook bestenfalls sporadisch, grob die Hälfte der beobachteten Profile veröffentlicht regelmäßig Beiträge und ein weiteres Viertel postet fast täglich und in manchen Fällen sogar mehrfach. Tendenziell sind unter diesen Intensivnutzer_innen Bürgermeister_innen aus größeren Gemeinden zu finden. Natürlich dürfte hierbei eine Rolle spielen, dass in größeren Gemeinden Kommunalpolitik (und damit auch die Kommunikation) professionalisierter abläuft und es potenziell mehr Kommunikationsereignisse gibt. Entscheidender ist jedoch die bewusste Entscheidung der Bürgermeister_innen, ob dieser Kanal aktiv genutzt wird, und vor allem, welcher thematische Fokus gewählt wird. Zwar konzentriert sich der überwiegende Teil der Bürgermeister_innen in der Stichprobe auf lokale Themen, Intensivnutzer_innen neigen jedoch dazu, thematisch breiter aktiv zu sein. Dies schlägt sich wenig überraschend auch in den Reaktionen und Kommentaren nieder. 33 Eine höhere Aktivität geht mit mehr Reaktionen und Kommentaren einher. 33 Tatsächlich steht aber ein ganz wesentlicher Teil der Reaktionen und Kommentare direkt mit Informationen zur Entwicklung von Corona in Verbindung. Es ist also davon auszugehen, dass sich bei diesen Profilen sowohl die Zahl der Beiträge als auch der Reaktionen in„normalen“ Zeiten reduzieren dürfte. 29
Druckschrift
Wie Bürgermeister_innen Facebook nutzen : eine qualitative Analyse der Facebook-Profile baden-württembergischer Bürgermeister_innen
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