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Wie Bürgermeister_innen Facebook nutzen : eine qualitative Analyse der Facebook-Profile baden-württembergischer Bürgermeister_innen
Entstehung
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Videoformate oder sogar Livestreams über Facebook werden überraschenderweise sehr vereinzelt eingesetzt. Sowohl in eigenen Beiträgen als auch im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern können die Bürgermeister_innen sprachlich überzeugen. Natür­lich gelingen manchen Bürgermeister_innen etwas geschmeidigere Formulierungen als an­deren und streckenweise überwiegt eine verwaltungslastige Ausdrucksweise, doch insge­samt treffen die Bürgermeister_innen den richtigen Ton. Dies gilt auch ganz überwiegend für die Interaktion mit den Bürger_innen. Werden Bürgermeister_innen direkt in einem Kom­mentar angesprochen oder wird ihnen eine Frage gestellt, reagieren sie so gut wie immer. Bei allen individuellen Unterschieden im Antwortverhalten überwiegt eine höfliche Kommu­nikation und auch ein Gespür dafür, wann sinnvolle Diskussionen ein Ende gefunden ha­ben. So lässt sich insgesamt ein überwiegend positives Gesamtfazit ziehen. Die Grundla­gen für eine vernünftige Nutzung von Facebook für die kommunale Kommunikation sind vorhanden, aber ebenso Potenziale, um diesen Kanal noch effektiver einzusetzen. 5 Facebook noch effektiver nutzen Ansätze und Vorschläge Vor dem Hintergrund der Untersuchung und der bisherigen Ausführungen ergeben sich drei wesentliche Ansatzpunkte, um die Kommunikation von Bürgermeister_innen über Face­book zu verbessern. Erstens durch eine bessere Nutzung der technischen Möglichkeiten der Plattform. Eine konsequente Nutzung von Facebook als Kommunikationskanal bedingt eine regelmäßige Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Neuerungen. So haben viele Bürgermeis­ter_innen ihre Profile vermutlich zu einer Zeit erstellt, als die Einsatzmöglichkeiten der Platt­form noch überschaubarer waren. So lässt sich auch erklären, dass rund die Hälfte der Bürgermeister_innen in der Stichprobe ein individuelles Profil und keine Facebook-Seite nutzt. Der Nachteil eines Profils liegt dabei vor allem in der Tatsache begründet, dass hier meistens ein persönliches Konto in der neuen Rolle weitergeführt wird und damit auch ggf. Informationen enthält, die schlicht privat sind und damit nichtsim Amt verloren haben. Konsequent wäre es an dieser Stelle, mit dem Amtsantritt das alte Profil nur noch privat zu betreiben. Eine Facebook-Seite eröffnet eine insgesamt professionellere Nutzung, verlangt jedoch ebenfalls nach einer Beschäftigung mit den Einstellungen, Anforderungen und den Mög­lichkeiten der Individualisierung. So sollte die Facebook-Seite einer Bürgermeisterin zum Beispiel keine Öffnungszeiten enthalten oder die Option bieten, Bewertungen abzugeben. Das wirkt nicht professionell. Sinnvoll ist hingegen die Eröffnung direkter Kontaktmöglich­keiten, die Hinterlegung eines Impressums, einer Datenrichtlinie und entsprechender 32