# 04 Populismus, Fake News, Lügenpresse: Herausforderung politischer Bildung an Schulen Stuttgart, 27. November 2020 ANGRIFF AUF DIE MEINUNGSFREIHEIT? „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […].“ Mit diesem Wortlaut schützt das Grundgesetz in Art. 5(1) die Meinungsfreiheit. Laut Bundesverfassungsgericht ist diese für die freiheitliche Demokratie konstituierend. Und auch in internationalen Abkommen wie der Europäischen Menschenrechtskonvention ist das Recht auf freie Meinungsäußerung als hohes Gut festgeschrieben – insbesondere gilt dies für die freie politische Rede. Was bedeutet Meinungsfreiheit aber genau? Welche Äußerungen sind von der Meinungsfreiheit geschützt? Können etwa alle sagen, was sie wollen – oder gibt es sie vielleicht doch, die Grenze des Sagbaren? Und was bedeutet das für die politische Bildung? Mit der in mehreren Bundesländern stattfindenden Veranstaltungsreihe „Populismus, Fake News, Lügenpresse: Herausforderung politischer Bildung an Schulen“ diskutiert die Friedrich-Ebert-Stiftung mit Expert_innen, Schüler_innen, Praktiker_innen, Politiker_innen und Bürger_innen diese und andere Fragen. Beutelsbach im Herbst 1976: Auf Einladung der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung kommen politische Bildner_innen aus der gesamten Republik zusammen. Sie suchen einen Austausch über den Auftrag politischer Bildung. Vorausgegangen war eine Debatte um die Rahmenrichtlinien für den Politikunterricht in Hessen: Die hessische, SPD-geführte Landesregierung hatte neue Richtlinien erlassen, die der Opposition der CDU als zu„links“ erschienen. In der polarisierenden politischen Debatte der 1970er-Jahre zwischen links und rechts wurde dieser Streit zum Wahlkampfthema. Die unabhängigen Landeszentralen und die Bundeszentrale für politische Bildung verwehrten sich gegen eine politische Instrumentalisierung der politischen Bildung – und reagierten mit der Tagung in Beutelsbach nahe Stuttgart. Wohl kaum jemand ahnte damals, dass sich die Angebote politischer Bildung bis heute, über vierzig Jahre später, maßgeblich an dem Ergebnis dieses Austausches ausrichten würden.
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