Tanja Fendel DIREKT 02/ 2019 DIE ARBEITSMARKTINTEGRATION GEFLÜCHTETER FRAUEN AUF EINEN BLICK Frauen stellen eine zunehmend relevante Gruppe unter den Geflüchteten dar. Ihre Beschäftigungsanteile fallen in Deutschland jedoch noch sehr gering aus. Schlechtere Voraussetzungen und Kinder im Haushalt schränken ihre Arbeitsmarktchancen ein. Um geflüchtete Frauen bei der Integration in den Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen, sollte ihre Teilnahme an Integrationsmaßnahmen gefördert werden. Die Bereitstellung von Kinderbetreuung ist dafür eine wichtige Voraussetzung. HINTERGRUND Die Geflüchteten, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind, unterscheiden sich von anderen Migrantengruppen in demografischer Hinsicht durch ihr geringes Durchschnittsalter und einen geringen Frauenanteil. So stehen häufig junge Männer im Fokus, wenn es um die Arbeitsmarktintegration geht. Von 2012 bis 2016 haben jedoch auch über eine halbe Millionen Frauen in Deutschland einen Asylerstantrag gestellt (Worbs / Baraulina 2017: 2). Nach Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge(BAMF) wurden 43 Prozent der zwischen Januar und September 2018 gestellten Asylanträge von Frauen gestellt. Zu einer steigenden Tendenz dürfte auch der Familiennachzug beitragen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie geflüchtete Frauen in den Arbeitsmarkt integriert und bei der eigenständigen Existenzsicherung unterstützt werden können. Aufschluss hinsichtlich ihrer derzeitigen Situation und existierender Probleme geben Daten der IAB-BAMF-SOEP Befragung Geflüchteter in Deutschland. 1 Die im Folgenden präsentierten Analysen beziehen sich auf Angaben der aktuellsten zweiten Befragungswelle in 2017 mit 5.552 volljährigen Personen. Die Befunde gelten als repräsentativ für Geflüchtete, die zwischen Januar 2013 und Januar 2016 nach Deutschland gekommen sind. STARKE ERWERBSORIENTIERUNG In der Befragung äußern die geflüchteten Frauen eine hohe Erwerbsmotivation. So haben 86 Prozent der(noch) nicht erwerbstätigen Frauen angegeben, wahrscheinlich oder sicher eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen zu wollen. Diese Anteile reduzieren sich nicht, wenn Kinder im Haushalt leben. Die hohe Erwerbsmotivation spiegelt sich jedoch nicht in den Beschäftigungsquoten und der Geschlechtervergleich lässt vermuten, dass für Frauen höhere Barrieren des Arbeitsmarktzugangs existieren. Während sich die Erwerbsbeteiligung geflüchteter Männer von 15 Prozent in 2016 auf 30 Prozent in 2017 verdoppelt hat, hat sich der Anteil der Frauen nur um zwei Prozentpunkte auf sechs Prozent erhöht. HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE ARBEITSMARKTINTEGRATION Die Teilhabechancen auf dem Arbeitsmarkt sind auch für Deutsche nach Geschlecht ungleich verteilt(vgl. Deutscher Bundestag 2011 und 2017). Im Hinblick auf arbeitsmarktrelevante Voraussetzungen und familiär bedingte Restriktionen scheinen zentrale Hürden für geflüchtete Frauen in verschärfter Form zu gelten. >
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