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Standortfaktor Mitbestimmung : Betriebsräte als Wettbewerbsvorteil einer digitalen Arbeitswelt
Entstehung
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Katharina Oerder DIREKT 19/ 2018 STANDORTFAKTOR MITBESTIMMUNG Betriebsräte als Wettbewerbsvorteil einer digitalen Arbeitswelt AUF EINEN BLICK Innovationen und ständige Verbesserungen sind Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmen, um in der Digitalisierung Schritt zu halten. Betriebsräte fördern eine innovative Unternehmenskultur, denn sie organi­sieren Partizipation der Beschäftigten und Akzeptanz von Veränderungen. Sie sorgen für Gerechtigkeit im Betrieb, übernehmen wirtschaftliche und soziale Ver­antwortung, sind Diversity Manager und Kreative in einem. Um im digitalen Zeitalter Schritt zu halten, sind Betriebsräte nicht das Problem, sondern die Lösung. In sich stetig wandelnden, digitalen Arbeitswelten können nur innovative Betriebe langfristig erfolgreich sein(siehe z. B. Oerder 2017; Pfeiffer 2014). Gerade Startups als wichtige Impuls­geber der Digitalisierung leben von einer innovativen Idee als Erfolgsgarant. Aber auch aus der Perspektive von Großkonzer­nen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen sind Innovationen Grundlage für unternehmerischen Erfolg. Dabei sind nicht nur rein technische(digitale) Neuerungen als Inno­vationen zu verstehen auch soziale Innovationen sind ge­sellschaftlich und wirtschaftlich wichtig(Buhr 2015). Um kontinuierlich Innovationen entwickeln zu können und sich und die eigenen Produkte stetig neu zu erfinden, versuchen Unternehmen ihren Beschäftigten immer bessere Rahmenbe­dingungen dafür zu bieten. Funktionsräume statt Einzelbüros, Kicker und Snackbar statt Teeküche. Dies sind die Bilder, die viele mitInnovation verbinden und deren Mythos auch außer­halb des Silicon Valley gerne gepflegt wird. Längst sieht es nicht mehr nur in einigen dem Garagen-Status entwachsenen Startups so aus, auch große Konzerne und Traditionsunternehmen versuchen von einer innovativen Atmosphäre zu profitieren. Neben allem Nimbus scheint auch etwas dran zu sein, an den neuen Methoden: Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Werte wie Partizipation, Akzeptanz für Veränderung, Gerechtigkeit, Verantwortung, Kreativität und Diversität tat­sächlich Innovationen vorantreiben. Diese Werte gilt es also zu fördern, um gesellschaftlich wie wirtschaftlich die Bundes­republik im digitalen Zeitalter ankommen zu lassen. Genau das leisten Betriebsräte für die deutsche Wirtschaft bereits seit ihrer Festschreibung im Betriebsverfassungsgesetz im Jahr 1952. Sie sind damit der Garant für das Gelingen von Innovationen und neuen Geschäftsmodellen. Mitbestimmung ist somit kein Hemmschuh, sondern ein Standortvorteil in einer digitalen Arbeitswelt. Die folgenden sechs Thesen werden dies erläutern. BETRIEBSRÄTE GEWÄHRLEISTEN(DEMO­KRATISCHE) PARTIZIPATION Die Beteiligung von Beschäftigten erschließt Innovationspoten­ziale und führt Neuerungen zum Erfolg(Schwarz-Kocher et al. 2011; Pfeiffer 2014). Innovation durch Partizipation ist dabei in einer immer schnelleren Arbeitswelt der Schlüssel, um dem technologischen Wandel etwas entgegensetzen zu können (Oerder 2017). Werden Innovationen beteiligungsorientiert entwickelt, haben diese deutlich bessere Umsetzungs- und Er­folgschancen. So haben auch Arbeitgeber_innen immer mehr Interesse an der Beteiligung ihrer Belegschaft entwickelt, denn eine partizipative Unternehmenskultur fördert neben Innova­tionserfolgen auch die Bindung von Fachkräften an ein Unter­nehmen. Aber: Wer darf über welche Aspekte mitbestimmen? Alle Beschäftigten? Alle betroffenen Personen? Wer ist alles be­troffen? Und vor allem: Wer entscheidet dies? Die Frage, wie Partizipation organisiert sein soll, führt nicht nur in Betrieben, sondern auch in der Zivilgesellschaft regelmäßig zu Konflikten. Ohne Betriebsrat werden Entscheidungen meist einseitig von einem Management- oder Eigentümerkreis beschlossen. Werden Beschäftigte überhaupt einbezogen, bestimmt die Arbeitgeber­seite, inwiefern und wessen Meinung in die Entscheidungs­findung einfließen soll. >