PERSPEKTIVE López Obrador: Eine neue Politik für Mexiko oder die neue PRI? Elisa Gómez, Hans Mathieu Juni 2018 n Die bisherige Regierungspartei Partido Revolucionario Institucional(PRI) und ihr Kandidat José Antonio Meade werden Umfragen zufolge die Wahlen am 1.7.2018 auf allen Ebenen verlieren. Ihre jahrzehntelange Dominanz in der mexikanischen Politik wäre damit endgültig gebrochen. Andrés Manuel Lopéz Obrador(bekannt unter dem Kürzel AMLO) wird vermutlich im dritten Anlauf die Präsidentschaft erringen. Seine neue Partei Morena und ihre Alliierten könnten zumindest die einfache, vielleicht sogar die absolute Mehrheit im Kongress erreichen. n AMLO wird mit defizit-finanzierten Konjunkturspritzen um mehr populäre Unterstützung und zusätzliche Stimmen im Kongress werben. Sollte er ausreichende Mehrheiten bilden können, wird er die Strukturreformen der Vorgängerregierung weitgehend rückgängig machen. Eine Allianz mit konservativen, nichtliberalen Kreisen der PRI wie auch mit basisdemokratischen Organisationen ist denkbar, denn das von AMLO angestrebte Gesellschafts- und Politikmodell entspricht einer idealisierten kommunitaristischen Version des PRI-Korporatismus und Klientelismus der 1950er bis 1970er Jahre, allerdings mit einer stärkeren persönlichen Kontrolle durch den Präsidenten oder Parteiführer. n Ansätze zu Lösungen für die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Blockaden Mexikos bietet bei dieser Wahl allenfalls die Koalition aus Partido Acción Nacional(PAN), Partido de la Revolución Democrática(PRD) und Movimiento Ciudadano(MC). Ihr Präsidentschaftskandidat Ricardo Anaya wird bei der Wahl voraussichtlich den zweiten Platz belegen. Die PAN wäre damit weiterhin zweitstärkste politische Kraft, die PRD wird dagegen um ihr Überleben kämpfen müssen.
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López Obrador: eine neue Politik für Mexiko oder die neue PRI? : Elisa Gómez, Hans Mathieu
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