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Die historische Rolle der Hochschulen in Europa : ein Vortrag im Rahmen der Konferenz "Wissenschaft hält Europa zusammen"
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Dr. Ulrich Schreiterer Die historische Rolle der Hochschulen in Europa EIN Vortrag im Rahmen der KonferenzWissenschaft hält Europa zusammen Wie können Wissenschaft und Forschung den Zu­sammenhalt in Europa stärken? Bei der Konferenz Wissenschaft hält Europa zusammen Vom March for Science bis zu Horizon 2020 diskutierten Ak­teure aus Politik und Wissenschaft über die Frage, wie europäische Forschungs- und Wissenschafts­politik gestaltet werden muss, um das europäische Projekt zu befördern. Dr. Ulrich Schreiterer, Senior Researcher am Wissenschaftszentrum Berlin(WZB) definierte in seinem Vortrag 1 die historische Rolle der europäischen Hochschulen vom 11. Jahrhun­dert bis heute in Hinblick auf die Entwicklung und Bedeutung eines europäischen Gedankens in der Gesellschaft. Die Universität repräsentiert Europa und gestaltet es mit Die Universität ist eine europäische Erfindung. Sie da­tiert auf das Ende des 11. Jahrhunderts zurück, die Gründung der ersten, aus einer kleinen Rechtsschule hervorgegangenen Universität Bologna im Jahre 1088. In China gab es zwar bereits lange vorher schon Ge­lehrtenschulen, die systematisch das Lernen einüben und ein Verständnis von der Ordnung der Welt, des Himmels und der Menschen vermitteln sollten, wie es der 497 vor Chr. verstorbene Konfuzius propagiert hatte. Seit der Han-Dynastie, also etwa um die Zei­tenwende, fungierten sie als Vorbereitungsanstalten für die schwierigen, extrem selektiven Eingangsprü­fungen für Beamte am kaiserlichen Hof. Auch die be­rühmte Al-Azhar Universität in Kairo, gegründet 975, war zum offiziellen Gründungsdatum der Universität Bologna schon über 100 Jahre alt. Doch weder die kon­fuzianischen Gelehrtenschulen noch Al-Azhar hatten viel gemein mit der Universität, wie sie sich von Eu­ropa aus zu einer globalen, inzwischen überall auf der Welt präsenten Institution entwickeln sollte: Dieuni­versitas magistrorum et scholarum war eineeuropä­ische Institution par excellence, wie es der Schweizer Soziologe Walter Rüegg einmal formulierte. Sie kannte weder Vorläufer noch Vorbilder, repräsentierte Europa und gestaltete es zugleich mit. Ausbreitung der Universitäten in Europa Von Bologna aus breitete sich die Universität rasch über ganz Europa aus: Angefangen von Paris 1150-70 über Oxford 1167, Cambridge und Salamanca 1218 im 14. Jahrhundert schließlich bis in die deutschen Lan­den(Prag(1348), Wien(1365) und Heidelberg(1386)). Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universi­täten waren lokalestand alones, aber stets eng in ein grenzenloses Hinterland des christlichen Abendlandes 1 Da er aus einem Vortrag hervorgegangen ist, enthält dieser Text keine Quellenangaben.