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Atypische Beschäftigung als Herausforderung für die Alterssicherung und die gewerkschaftliche Interessenvertretung : ein europäischer Vergleich
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STUDIE Atypische Beschäftigung als Herausf­orderung für die Alterssicherung und die gewerkschaftliche Interessenvertretung Ein europäischer Vergleich KARIN SCHULZE BUSCHOFF November 2015 n Mehr als ein Drittel der europäischen Erwerbstätigen arbeitet inzwischen in»aty­pischen« Beschäftigungsformen Tendenz steigend. Dementsprechend gelten be­spielsweise die Teilzeitbeschäftigung in den Niederlanden, die Solo-Selbstständigkeit in Italien und die befristete Beschäftigung in Polen sowie Werkverträge mittlerweile als»normal«. n Die Einkommen von atypisch Beschäftigten liegen in der Regel unter dem Durch­schnitt. Atypisch beschäftigt sind vor allem Frauen. Nur im Bereich der Solo-Selbst­ständigkeit sind die Männer in der Mehrzahl. Doch auch hier holen Frauen auf. n Atypische Beschäftigungen sind mit einer hohen Dynamik, also einer Vielzahl von Übergängen von einer Beschäftigungsform in eine andere, einem erhöhten Arbeitslo­sigkeitsrisiko und entsprechend diskontinuierlichen Einkommen verbunden. Dies hat für die soziale Sicherung besondere Implikationen, vor allem für die Alterssicherung. n Vor diesem Hintergrund erscheinen Alterssicherungssysteme überlegen, die unab­hängig von der Erwerbsbiografie eine(armutsvermeidende) Grundsicherung ge ­währleisten, wie in Dänemark oder den Niederlanden. Zunehmend problematisch erscheinen hingegen staatliche Alterssicherungssysteme, die sich stark am Äquiva­lenzprinzip orientieren sowie beitragsbezogen und versicherungsbasiert aufgestellt sind, wie in Polen, Italien oder Deutschland. n Gewerkschaftliche Vertretungsrechte für»atypisch Beschäftigte« sind oftmals recht ­lich eingeschränkt; nicht nur in Programmländern der Troika wurden sie in den letz­ten Jahren weiter reduziert. In jüngerer Zeit lassen sich jedoch erfolgversprechende gewerkschaftliche Strategien im Umgang mit atypischer und oftmals prekärer Be­schäftigung identifizieren.