PERSPEKTIVE| FES CÔTE D'IVOIRE Côte d’Ivoire Der lange Weg aus der Krise MARTIN JOHR Juni 2015 n Ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen hat Staatspräsident Alassane Ouattara gute Aussichten, wiedergewählt zu werden. Jedoch gefährden der mangelhafte Aussöhnungsprozess, stockende politische Reformen und die zunehmende Armut weiterhin den Frieden im Land. n Trotz prominenter Abweichler scheint das Regierungsbündnis zur Wiederwahl Alassane Ouattaras stabil und erfolgversprechend. Die politische Opposition befindet sich in einem geschwächten Zustand. Vor allem die ehemalige Regierungs- und derzeit wichtigste Oppositionspartei FPI ist gespalten. n Die objektive Bilanz der Politik Ouattaras ist nach vier Jahren zwiespältig: Einem stabilen Wirtschaftswachstum und großen Investitionen in die Infrastruktur stehen ein mangelhafter Aussöhnungsprozess sowie ein Anstieg der Armut gegenüber. n Die internationale Gemeinschaft betont vor allem die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes in den vergangenen Jahren. Ein kritischer Blick auf die weiter schwelenden Konflikte im Land kommt dabei jedoch zu kurz. n Für eine langfristige Stabilisierung und Befriedung der Gesellschaft sind grundlegende Neuansätze notwendig, die unter anderem auch die Opposition einbeziehen. Hier befindet sich die Regierung Ouattara in einer Bringschuld.
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