PERSPEKTIVE Der lange Weg nach Europa: Kroatiens EU-Beitritt Dietmar Dirmoser Juli 2013 n Am kroatischen Beitritt entzündete sich einmal mehr die Grundsatzdebatte über die Erweiterungspolitik; dies war für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den kroatischen Erfahrungen auf dem Weg nach Europa nicht förderlich. n Durch den Reformwillen der Kroaten und stimuliert von den Beitrittskonditionen der EU durchlief Kroatien seit dem Jahr 2000 einen bemerkenswerten Reformprozess. Aus einem autoritären Präsidialstaat wurde eine funktionierende Demokratie, die Qualität des Rechtsstaats wurde verbessert, marktwirtschaftliche Strukturen gestärkt. n Der Beitritt war von Beginn an ein Elitenprojekt. Zu keinem Zeitpunkt gab es eine breite Debatte. Deshalb sind Europaskepsis und-indifferenz weit verbreitet. Dies könnte mittelfristig Nationalpopulisten in die Hände spielen. n Das Wachstumsmodell des Adriastaates ist obsolet, dessen tragenden Säulen sind weggebrochen. Im nunmehr fünften Krisenjahr wird dies allmählich zu einer Bedrohung der sozialen Kohäsion. Das Land benötigt nicht nur dringend Wachstum, sondern neue Wachstumsquellen.
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