Rezension 
[Rezension von: Harry Potter and international relations / Daniel H. Nexon, Iver B. Neumann (eds.), 2006]
Entstehung
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Paris sind, die ein starkes Interesse an einer Europäisierung ihrer Afrikapolitiken hegen, zumindest solange sie die Brüsseler Afrikaagenda maßgeblich mitzubestim­men vermögen. Insbesondere Frankreich, dessen massive Präsenz südlich der Sa­hara in der Vergangenheit meist sehr kritisch beurteilt wurde, dürfte weiterhin versuchen, auf diesem Wege Kosten auszulagern und gleichzeitig an Legitimität zu gewinnen. Die Bundesrepublik steht damit durchaus vor einem Dilemma. Ei­nerseits sind ihre unmittelbaren Eigeninteressen in der Region äußerst begrenzt. (Das deutsch-belgische Handelsvolumen war im Jahr 2005 z. B. dreimal größer als das deutsch-afrikanische.) Andererseits hat Berlin mit seiner traditionell inte­grationsfreundlichen Haltung maßgeblich zur Schaffung der institutionellen Vo­raussetzungen einer proaktiven, multidimensionalen europäischen Außenpolitik im Allgemeinen beigetragen. Die Bundesregierung braucht sich daher nicht zu wundern, wenn andere Akteure diese Strukturen jetzt auch südlich der Sahara im Besonderen nutzen wollen. Insgesamt ist es Gisela Müller-Brandeck-Bocquet und Kollegen gelungen, eine profunde Einführung in die eu -Afrikapolitik vorzulegen, die Praktikern und Stu­denten geradezu als Nachschlagewerk dienen kann. Das Buch bietet dem interes­sierten Leser darüber hinaus eine Fülle von Anschlussmöglichkeiten für eigene Forschungen. Denn so wie es in dem vorliegenden Sammelband bisher aufberei­tet ist, verlangt das Thema förmlich nach einer konsequenten Theoretisierung, einer stärkeren Anwendung der vergleichenden Methode im mitgliedsstaatlichen Bereich sowie hier und da einer vertieften empirischen Unterfütterung mancher Thesen. Einer eventuellen Zweitauflage sollte außerdem unbedingt ein Abkür­zungsverzeichnis beigefügt werden, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Axel Biallas, Leipzig DANIEL H. NEXON/ IVER B. NEUMANN(Eds): Harry Potter and International Relations Lanham 2006 Rowman& Littlefield Publishers, 245 pp. T he study of popular culture is slowly gaining ground within the discipline of International Relations. Not only are more and more teachers discovering mov­ies, music, and so on, as educational tools, 1 but ever more researchers are system­1. Tierney, Michael J.:»Schoolhouse Rock: Pedagogy, Politics, and Pop,« in: Interna­tional Studies Perspectives, 8(2007), pp. iii–v; Weber, Cynthia:»The Highs and Lows of Teaching ir Theory: Using Popular Films for Theretical Critique,« in: Interna­tional Studies Perspectives, 2(2001), pp. 281–287. 158 Rezensionen/Book Reviews ipg 1/2008