Der Band zeigt, dass die Faschismusdebatte kein Ende finden wird – und diese Debatte zu beenden, hatte Griffin wohl auch nicht beabsichtigt. Die Lektüre des Bandes erweist sich insofern als ertragreich, als sie weniger die Darstellung von Faschismustheorien als vielmehr die Lebendigkeit und Vielfältigkeit der Diskussion darüber in den Mittelpunkt stellt. Man kann Nolte nur zustimmen, wenn er in seiner zweiten Reflexion bemerkt, dass durch die Debatte»das Bild eines speziellen Wissenschaftszweiges, nämlich der Faschismusforschung entstanden ist, wie es durch kein Buch eines einzelnen Autoren und auch durch keinen Literaturbericht hätte realisiert werden können.« Die Lektüre des Buches sei weiterhin empfohlen, da sie durch die Provokanz der Aussagen und die Emotionalität streckenweise eine unterhaltsame Lektüre darstellt. Für einen Konsens über einen generischen Faschismusbegriff im Zeitalter der globalisierten Welt und neuen gesellschaftlichen und ideologischen Erscheinungen, so scheint es, könnte das Modell Griffins tatsächlich von großer Nützlichkeit sein. Die Passfähigkeit des vermeintlichen»new consensus« in der Faschismusforschung auf neue Tendenzen der gesellschaftlichen Gegenwart wird sich in der Empirie entscheiden. Einen Ausblick darauf gibt die Zusatzdiskussion des Bandes über den einflussreichen russischen Politikkommentator und-berater Alexander Dugin und dessen Ideologie eines russischen Nationalbolschewismus sowie deren faschistoide Züge, zu denen Andreas Umland und A. James Gregor gesondert debattieren. Beschlossen wird der Band durch einen Artikel Dugins aus dem Jahre 1997, in welchem der prominente Publizist begeistert die Entstehung eines »faschistischen Faschismus« im postsowjetischen Russland prophezeit. Lars Löckner, Nationale Technische Universität der Ukraine, Kiew ANTJE NÖTZOLD: Europäische Versorgungssicherheit mit Erdöl und Erdgas Saarbrücken 2007 vdm Verlag, 160 S. M it der deutschen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union 2007 hat das Thema der Energie-Versorgungssicherheit endlich eine öffentliche Aufmerksamkeit und einen angemessenen Rang auf der politischen Agenda gefunden. Um Beides bemüht sich die Kommission der eu schon seit dem Grünbuch des Jahres 2000»Hin zu einer europäischen Strategie für Energieversorgungssicherheit«, doch Kompetenzstreitigkeiten und Interessenwidersprüche haben das drängende Thema trotz Ölpreissteigerungen, Irak-Krieg, russischen Lieferboykotten und Klimadebatte nicht angemessen auf die Tagesordnung der europäischen Entscheidungsträger kommen lassen. Nun ist es dort angekommen, aber unklar ipg 1/2008 Rezensionen/Book Reviews 165
Rezension
[Rezension von: Europäische Versorgungssicherheit mit Erdöl und Erdgas / Antje Nötzold, 2007]
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