Rezension 
[Rezension von: Democratization in the Balkans / Richard P. Farikas, 2008]
Entstehung
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deutsche Debatten, die vielfach weniger offen und konstruktiv-kritisch sind, sind die Erfahrungen und Beispiele hilfreich, um Denkanstöße zum Zusammenwir­ken und Handeln ziviler und militärischer Akteure zu geben. Stephan Klingebiel, Kigali RICHARD P. FARKAS: Democratization in the Balkans. Prescriptions for a Badly Scarred Body Politic Lebanon 2008 University Press of New England, 135 S. A usgehend von der These eines allgemeinen Demokratiedefizits in den Nach­folgestaaten Jugoslawiens sowie in Bulgarien und Rumänien legt Richard P. Farkas in einer vergleichenden Analyse»ex negativo« dar, von welchen strukturel­len und mentalen Grundlagen die Funktionsfähigkeit einer demokratischen Zi­vilgesellschaft abhängig ist. Neben dem schweren Erbe der kommunistischen Mentalität, das nach wie vor freiheitliche Tugenden, wie Bereitschaft zu Verantwortung und gesellschaft­lichem Wandel behindert, macht er insbesondere die wechselhafte Geschichte der Region und die Konflikte der 1990er Jahre für den gegenwärtigen Zustand ver­antwortlich. Dabei bemüht er das Bild eines vernarbten Körpers, dessen Wunden nicht verheilt und gleichsam verhornt sind, und somit symbolisch die Offenheit (»receptiveness«, gemeint ist gegenüber Neuem und Wandel) und die Anpas­sungsfähigkeit(»adaptability«, gemeint ist ein freiheitliches System nach dem Vorbild der westlichen Welt) erschweren. Die Absicht der Studie ist, aus der Di­agnose des Problemfeldes Rezepte(»prescriptions«) abzuleiten, die anstelle der, gleichsam salbenhaften, von außen aufgetragenen Versuche des Westens einen inneren»Heilungsprozess« des politischen Körpers bewirken können. Farkas bestimmt sechs Elemente(»Tolerance«,»Obligation«,»Voice«,»Con­straint«,»Tranparency«,»Legitimacy«), die es auf dem Weg zu einer funktionie­renden Demokratie auszubilden und zu pflegen gilt. Jedem der sechs Elemente widmet der Autor ein Kapitel, in dem er sein Verständnis der Begriffe anhand von aktuellen Ereignissen und Entwicklungen in der Region erläutert. Toleranz (»Tolerance«) stellt als erstes Element einen gesellschaftspolitischen Wert von breiter Bedeutung dar, der auch im Bereich der Wirtschaft, der Medien und Bil­dung im Sinne einer redlichen Konkurrenz von Produkten, Gruppen und Ideen verinnerlicht werden muss. Für die Länder Südosteuropas geht es dabei insbe­sondere um die Durchsetzung eines religiösen Pluralismus, einer Absage an den Nationalismus und den damit verbundenen Ausschluss von Minderheiten bzw. 172 Rezensionen/Book Reviews ipg 2/2009