Rezension 
[Rezension von: Klimawandel und Entwicklungspolitik / Sabine Ludwig, Jürgen Wilhelm (Hrsg.), 2009]
Entstehung
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durch die aktuelle europaweite Krise noch einmal unterstrichen. Konzepte für eine neue soziale und nachhaltige Wachstumsstrategie einschließlich einer koor­dinierten Makropolitik, die die Beschäftigung in der eu wirksam erhöhen könnte, existieren schon heute. Die Dringlichkeit einer solchen Neuausrichtung dürften die nächsten Arbeitslosenzahlen leider erneut in aller Deutlichkeit unterstrei­chen. Matthias Ecke, Leipzig SABINE LUDWIG/ JÜRGEN WILHELM(Hrsg.): Klimawandel und Entwicklungspolitik Dienheim 2009 Iatros Verlag, 192 S. D er globale Klimawandel ist eine wichtige Herausforderung in diesem Jahr­hundert. Seit Jahren werden Zukunftsszenarien für die kommenden Jahr­zehnte diskutiert, die alle in die gleiche Richtung weisen: Negative Veränderun­gen des Klimas und der klimatischen Prozesse sind nicht nur zu befürchten, sondern müssen erwartet werden. Trendfortschreibungen verheißen weltweite Auswirkungen, was bedeutet, dass ein Großteil der Menschheit unmittelbar be­troffen wäre. Komplex sind dabei nicht nur die vielfältigen Faktoren, die zu Ver­änderungen des Klimas beitragen, sondern auch die Diskussion um die Qualität der notwendigen Reaktion: Die Auswirkungen des Klimawandels sind zu mini­mieren, während gleichzeitig das allgemeine Wohlstandsniveau bewahrt bezie­hungsweise gesteigert werden soll. Während durch den Klimawandel bedingte regionale Konflikte Menschen weniger entwickelter Länder belasten, der steigende Meeresspiegel bereits die Existenz einiger Atolle bedroht und immer mehr Tier- und Pflanzenarten ver­schwinden, zeigt gerade die Antwort der reichen Länder auf die aktuelle Wirt­schaftskrise die zukünftigen Frontlinien exemplarisch auf: Die üppig dimensio­nierten rasch beschlossenen nationalen Hilfsprogramme zielen auf die kurzfristige Sicherung der Wirtschaftsstandorte, des Arbeitsplatzpotenzials und damit des aktuellen Wohlstandes ab. Die effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen und damit ein Beitrag zum Klimaschutz sind nachrangige Nebeneffekte dieser Inves­titions- und Hilfsprogramme. Die weltweiten Folgen der Belastung der Atmosphäre durch anthropogen er­zeugte klimaschädliche Stoffe sind mittlerweile allgemein anerkannt, diskutiert wird lediglich die Intensität der langfristigen Auswirkungen. Seit Jahren wird auf großen internationalen Kongressen mühsam versucht, eine weltumspannende Agenda und Grenzwerte auszuhandeln und im Sinne eines konzertierten Vorge­184 Rezensionen/Book Reviews ipg 3/2009