REZENSIONEN/BOOK REVIEWS HANS-JÜRGEN FRIESS: Castro und kein Ende. Zur politischen Stabilität auf Kuba Potsdam 2009 Universitätsverlag Potsdam, 279 S. S eit der Gründung des sozialistischen Staates 1961 hält Kuba unbeirrt an seinem politischen System fest. Der karibische Inselstaat überlebte die Stürme der Zeit, wie die Invasion in der Schweinebucht, die Kuba-Krise, das us -Embargo und schließlich den Niedergang des sozialistischen Ostblocks. Selbst als Fidel Castro seine Ämter aufgrund einer schweren Erkrankung im Sommer 2006 an seinen Bruder Raúl Castro übergab, kam es zu keiner politischen Veränderung. Zahlreiche internationale Beobachter und Mitglieder der kubanischen Opposition gingen zuvor davon aus, dass nur Fidel Castro das herrschende System zusammenhalten könne. Sie irrten sich, und Kuba hält bis heute am Sozialismus fest. Wie ist diese politische Stabilität zu erklären? Dieser übergeordneten Frage widmet sich Hans-Jürgen Frieß am Augsburger Institut für LateinamerikaStudien in seiner Dissertation. Systematisch behandelt der Autor hierzu drei Fragen: ̈ Welche Ressourcen und Stabilisierungsmechanismen hatte das Regime entwickelt, mithilfe derer es auf Krisen reagieren konnte? ̈ Welche Herausforderungen entstanden durch den Niedergang des sozialistischen Ostblocks? ̈ Wie hat das Castro-Regime systemstabilisierend reagiert? Nachdem der Leser durch die Einleitung mit dem Thema und der Problemstellung vertraut gemacht wird, wenden sich die nächsten drei Kapitel sukzessiv den Fragen zu. Das fünfte Kapitel rundet die Publikation mit einer kritischen Reflexion der Situation Kubas und einer Synthese zur politischen Stabilität ab. Im historischen Abriss des zweiten Kapitels wird der Leser durch die Geschichte des sozialistischen Kuba bis 1990 geführt. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Entstehungsgeschichte des Castro-Regimes sowie seine politische und wirtschaftliche Entwicklung. Bereits hier kristallisieren sich drei Thesen zur Stabilität Kubas heraus. Demnach waren(i) die Herausforderungen für das Regime nicht hinreichend, um einen Systemwechsel herbeizuführen. Als Beispiel ipg 3/2010 Rezensionen/Book Reviews 159
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