Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, beschlossen auf dem Parteitag in Görlitz 1921
Vorbemerkung des Herausgebers
Auf dem vom 10. bis 16. Oktober 1920 in Kassel stattfindenden Parteitag wurde, nach mit großer Mehrheit erfolgter Annahme des Antrages von Adolf Braun, eine Programmkommission gewählt: Mitglieder waren: Eduard Bernstein, Adolf Braun, Heinrich Cunow, Georg Gradnauer, Wilhelm Keil, Hermann Molkenbuhr, Hermann Müller-Berlin und Antonie Pfülf. Die Kommission, die Molkenbuhr zum Vorsitzenden und Adolf Braun zum Geschäftsführer wählte, bildete insgesamt 11 Unterkommissionen. An den folgenden Sitzungen und Beschlussfassungen waren über 60 Personen beteiligt. Der im Juli 1921 publizierte Programmentwurf rief u.a. wegen seiner mangelnden Geschlossenheit heftige Kritik hervor. Auf dem Görlitzer Parteitag, der vom 18. bis zum 24. September 1921 stattfand, wurde eine 28 Personen umfassende Programmkommission eingesetzt. Ihr gehörten u.a. an: Bernstein, Adolf Braun, Otto Braun, Cunow, Eduard David, Keil, Marie Juchacz, Paul Löbe, Molkenbuhr, Gustav Radbruch, Wilhelm Sollmann, Friedrich Stampfer, Heinrich Ströbel und Rudolf Wissell. Der theoretische Teil des überarbeiteten Programms wurde in der Kommission mit 24 gegen 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen, der ganze Entwurf in einer nochmaligen Gesamtabstimmung mit allen gegen 2 Stimmen. Bei ihrer Ablehnung blieben Heinrich Ströbel und Hans Marckwald. Der Parteitag akzeptierte das Programm mit allen gegen 5 Stimmen.