Aufsatz 
Europäisierung und Transnationalisierung der Arbeitsbeziehungen in der EU
Entstehung
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Europäisierung und Transnationalisierung der Arbeitsbeziehungen in der EU HANS-WOLFGANG PLATZER ) rbeitsbeziehungen haben sich historisch innerhalb von Nationalstaa­ten und staatlich konstituierten»Nationalökonomien« herausgebil­det. Seitdem ökonomische Integrationsprozesse zur»Entgrenzung« na­tionalstaatlicher Politiken geführt haben, wird die»Europäisierung« der Arbeitsbeziehungen sowohl für die etablierte Industrial-Relations-For­schung als auch für die Integrationsforschung zu einem zunehmend wichtigen Thema. Vor dem Hintergrund dieser Debatte über die Euro­päisierung der nationalen Arbeitsbeziehungen konzentriert sich dieser Beitrag nach einem Überblick über das Debattenspektrum auf die Analyse jener nationalen und transnationalen Entwicklungen der Ar­beitsbeziehungen, die seit Anfang der neunziger Jahre durch die Wei­chenstellungen des Maastrichter Vertrages ausgelöst wurden. Verhandelte Europäisierung Auf der Ebene der Union waren bis Maastricht»alle Versuche fehlge­schlagen, ein System prozeduraler Regeln der kollektiven Arbeitsbezie­hungen() zu schaffen«(Armingeon 1994: 207). Der Maastrichter Vertrag jedoch führte zur institutionellen Verankerung und Aufwertung des»Sozialen Dialogs« der europäischen Sozialpartner und zu erweiter­ten qualifizierten Mehrheitsentscheidungen, die u.a. die über 20 Jahre blockierte Verabschiedung der Richtlinie über die Einrichtung Euro­päischer Betriebsräte( ebr ) ermöglichten. Weitere Weichenstellungen brachte der Amsterdamer Vertrag, insbesondere im Bereich der eu -Be­schäftigungspolitik(»Köln-Prozess«). Schließlich wurden Anfang des neuen Jahrtausends mit der(gleichfalls jahrzehntelang blockierten) Richtlinie über die Arbeitnehmermitbeteiligung in der Europäischen Aktiengesellschaft und der Richtlinie über Information und Konsulta­tion(auf nationaler betrieblicher Ebene) zwei weitere Gesetzgebungs­prozesse auf den Weg gebracht, die in spezifischer Weise die künftige ipg 2/2002 Platzer, Europäisierung der Arbeitsbeziehungen 103