Aufsatz 
Rohstoffe, Ressentiments und staatsfreie Räume : die Strukturen des Krieges in Afrikas Mitte
Entstehung
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Rohstoffe, Ressentiments und staatsfreie Räume Die Strukturen des Krieges in Afrikas Mitte DANIEL STROUX S eit der Ermordung des kongolesischen Präsidenten Laurent Désiré Kabila im Januar 2001 ist die Region Zentralafrika, und vor allem der Kongo(Demokratische Republik Kongo), einer realen Perspektive für Frieden näher gekommen. Der Hauptgegner des Kongo, Ruanda, hat im Oktober 2002 seine Truppen aus dem Nachbarland offiziell abgezogen. Führende Köpfe der für den ruandischen Genozid verantwortlichen Drahtzieher, die in Kinshasa Zuflucht gefunden hatten, wurden verhaftet und die Machtverteilung zwischen den Hauptprotagonisten des Landes in einer Übergangszeit von zwei Jahren bis hin zu Wahlen festgelegt. Dies sind mehr als nur Anzeichen für eine tatsächliche Wende im Kongo-Kon­flikt. Sie erfüllen Kernforderungen der Kriegsgegner im Konflikt entlang den Linien des Lusaka-Abkommens von 1999 und bereiten, sofern ihre Umsetzung tatsächlich erfolgt, den Boden für eine Wiedervereinigung und den staatlichen Wiederaufbau des Kongos. Doch eine Reihe struktureller Konfliktursachen bleibt bestehen und verdüstert die langfristige Perspektive für die Region beziehungsweise macht ein langfristiges Engagement externer stabilisierender Kräfte not­wendig. Das autoritäre ruandische Regime und die Dominanz der regie­renden Tutsi-Elite, die Überbevölkerung in der Region um die großen Seen, die Ressourcenknappheit auf Seiten Ruandas und Ugandas bei gleichzeitigem Rohstoffreichtum im Kongo, die Interessen von Kriegs­profiteuren und Warlords sowie die psychologischen Folgen des vierjäh­rigen Krieges nicht zuletzt der tiefsitzende Hass innerhalb der kongo­lesischen Bevölkerung auf den Nachbarstaat Ruanda bleiben als Kon­fliktursachen bestehen. Auch der Hutu-Tutsi-Konflikt im anderen Nachbarland, Burundi, bleibt trotz des Arusha-Abkommens von August 2000 ungelöst. Der Artikel versucht zunächst, die vielfältigen Konflikte der Region Zentralafrika auf ihre Ursprünge zurückzuführen. Dabei wird nachge­zeichnet, wie die Eskalation eines Konflikts unter»ungünstigen« Bedin­gungen die Region in Krieg und Chaos stürzte. Anschließend werden die ipg 2/2003 Stroux, Krieg in Afrikas Mitte 95