REVIEW ESSAY Staatszerfall, Neue Kriege und Bedrohungspotenziale DIETER REINHARDT Jennifer Milliken(ed.), State failure, collapse and reconstruction, Malden, MA; Oxford: Blackwell, 2003, 366 S. Robert I. Rotberg(ed.), When States Fail: Causes and Consequences , Princeton: Princeton University Press, 2004, 335 S. Robert I. Rotberg(ed.), State Failure and State Weakness in a Time of Terror, Washington D.C.: World Peace Foundation and Brookings Institution Press, 2003, 354 S. Werner Ruf(Hrsg.), Politische Ökonomie der Gewalt. Staatszerfall und die Privatisierung von Gewalt und Krieg, Opladen: Leske u. Budrich, 2003, 388 S. Z um Thema Staatszerfall ist in den letzten Jahren ein großes Angebot an Analysen erschienen. Viele von ihnen haben Fragestellungen aufgegriffen, die bereits im Rahmen der Debatte über»Neue Kriege«, der Privatisierung von Gewalt und Bürgerkriegsökonomien bearbeitet worden sind. Ein Grund dieser Veröffentlichungsflut ist das große Unbehagen darüber, dass sich mit dem Zerfall eine Zeitenwende verbinden könnte, von der eine große Bedrohung auch für die stabilen Staaten ausgeht. Diese Analysen beschreiben die Ursachen und Verlaufsstadien des Zerfalls. Zerfallstypen werden definiert, Indikatoren für Staatszerfall entwickelt und Möglichkeiten der Prävention, der Intervention und des Wiederaufbaus analysiert. Nur selten gelingt es jedoch, die jeweiligen positiven und negativen Auswirkungen verschiedener Interventionstypen auf die unterschiedlichen Phasen und Typen des Staatszerfalls zu ermitteln. Der Hinweis auf das vom Zerfall ausgehende große Bedrohungspotenzial fehlt fast nie. Dabei wird versucht, den Zusammenhang zwischen Staatszerfall, internationalem Terrorismus und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu belegen. 164 Review Essay ipg 3/2004
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