Nach dem Frieden – mitten im Krieg: Der Sudan und der Darfur-Konflikt MANFRED ÖHM D er 9. Januar 2005 brachte den Sudanesen den lang ersehnten Friedensschluss zwischen der Regierung und der südsudanesischen Rebellenbewegung Sudan People’s Liberation Movement/Army( splm / a ). Nach 22 Kriegsjahren ist es gelungen, den Krieg auf dem Verhandlungsweg zu beenden. Der in Kenia unterzeichnete Friedensvertrag bietet nun eine einzigartige Chance auf eine friedliche Entwicklung im Sudan und am Horn von Afrika. Und doch findet der Frieden wenig internationale Beachtung: Zu sehr ist die Wahrnehmung der internationalen Öffentlichkeit vom Krieg in Darfur bestimmt. Die dortige humanitäre Krise rief Erinnerungen an den Genozid in Ruanda 1994 wach und löste weltweit Entsetzen aus. Die positiven Entwicklungen im Friedensprozess zwischen Nord- und Südsudan sind der Intervention der Staatengemeinschaft, insbesondere der usa , Englands, Norwegens und Kenias, sowie der Regionalorganisation igad (Intergovernmental Authority on Development) zu verdanken. 1 In der westsudanesischen Region Darfur hat es die Staatengemeinschaft jedoch verpasst, eine humanitäre Krise zu verhindern. Genau diese Krise erschwert nun die Umsetzung des Friedensschlusses zwischen Nord- und Südsudan. Diese Konstellation stellt die Staatengemeinschaft vor schwierige Alternativen. Allgemein wird die Wiederaufnahme der internationalen Entwicklungszusammenarbeit vorbereitet, und man will es dem Sudan erlauben, aus der internationalen Isolierung herauszutreten. Doch die Darfurkrise macht dieses Vorgehen immer schwieriger, weil sie zeigt, dass sich der Charakter des Regimes in Khartum durch den Friedensprozess mit dem Südsudan keineswegs geändert hat. 1. Die Friedensverhandlungen werden organisiert vom igad -Friedenssekretariat in Nairobi. 150 Öhm, Der Sudan und der Darfur-Konflikt ipg 2/2005
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten