Aufsatz 
China in Angola : nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessenpolitik?
Entstehung
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China in Angola nachhaltiger Wiederaufbau, kalkulierte Wahlkampfhilfe oder globale Interessen­politik? SABINE FANDRYCH V ier Jahre nach Beendigung des lang währenden Bürgerkrieges ist An­gola in einem allerorts sichtbaren Wiederaufbauprozess begriffen. Der Ölboom kommt dem Land dabei wie gerufen. Nachdem sich die Hoffnung auf westliche Wiederaufbauhilfe als Schimäre erwies, kann Angola nun auf das massive Engagement Chinas zurückgreifen. Doch wie nachhaltig ist dieser weitgehend von chinesischen Firmen implemen­tierte Wiederaufbau wirklich? Welche Interessen stehen dahinter? Und welche langfristigen Folgen hat eine Strategie, die auf raschen und inten­siven Import von Hardware und Arbeitskraft setzt? Vor allem aber: Wie kann Angola seine Integration in die globale Wirtschaft so gestalten, dass sie nicht nur einer kleinen Elite sondern der Mehrheit der Bevölkerung zugute kommt? Vom»Donour Hymn Sheet« zum chinesischen Milliardenkredit Nach fast 30 Jahren Bürgerkrieg hatte die angolanische Regierung auf eine Art Marshallplan gehofft, der den umfassenden Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes ermöglichen sollte. Schließlich hatte Angola während des Kalten Krieges und des Regionalkonflikts im südlichen Afrika die Interessenpolitik der Großmächte hautnah erleben und mehr­fach direkte Invasionen des südafrikanischen Apartheidstaates erleiden müssen. Doch die Pläne für eine vielfach beschworene Geberkonferenz nach dem Friedensschluss zwischen der mpla -geführten Regierung und der Rebellengruppe unita im März 2002 mussten ad acta gelegt werden. Die westlichen Geberländer forderten in einem internen Papier, dem so­genannten»Donor Hymn Sheet«, die Erarbeitung und Implementie­rung einer nachhaltigen Strategie zur Armutsbekämpfung sowie ein Ab­kommen der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds( iwf ). Darüber hinaus bemüht sich die internationale Gemeinschaft seit Jahren 62 Fandrych, China in Angola ipg 2/2007