Akte 
Korrespondenz
Entstehung
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Frida Wiemer

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Bamberg 2, Rupprechtshöhe30.6.52

Sehr geschätzte Genossin Juchacz !

Genosse Lossmann- Nürnberg schrieb mir, dass Sienähere Angaben über Helene Grünberg wünschen. DaLossmann annimmt, dass ich mehr über Genossin GrünbergsWerdegang wüsste, hat er mich gebeten, Ihnen zuschreiben. Ich kann Ihnen aber auch leider nicht zu-viel Angaben machen und würde Ihnen sehr empfehlen,sich an den Genossen Hermann Schneider, NürnbergKobergers trasse 65 zu wenden. Gen. Schneider warbis 1933 Arbeitersekretär und hat viele Jahre mitHelne G. zusammengearbeitet. Gen. Schneider ist zwarschon 80 Jahre alt und kränklich, ist aber geistignoch sehr frisch und wird Ihnen sicher manche Wichtigemitteilen können.

und

be-

Meine Erinnerung an Helene Gr. stützen sich auf ihrétemperamentvolles Eintreten in der Dienstboten-frage. Die Versammlungen waren immer überfülltbrachten viele Hausfrauengemüter in Aufregung alsmancher" Herrschaft" klargelegt wurde, dass Haus-angestellte anständig behandelt werden und auchlohnt weden müssen. Es wird immer H.Gr.Verdienstbleiben in dieser Sache in Nürnberg energisch zu ge-griffen zu haben. In der Arbeiterjugendbewegung habeichmit H.G. jahrelang zusammengearbeitet und ihretalent- und temeparamtvolle Persönlichkeit sehr schätzengelernt.

Leider sind ja alle Bände der Fränkischen Tagespost1933 vernichtet worden. Man könnte aus diesen dochviel und besonders über die Versammlungstätigkeit S.entnehmen. Wenn Ihnen aus/ an sehr ausgiebigem Materialliegt, so könnte ich bei der Nürnberger Stadtbibliothekanfragen, ob die Bänder der T.P. verlagert waren undgerettet worden sind. Da ich bis zur Vernichtung 1933 der F.T. Leiterin der Buchhandlung der Fr. Tagespost in Nürnberg war, so habe ich noch Beziehungen zum dem Oberbibliothekarudd ich könnte nach Nürnberg fahren und nach Materialsuchen.

Ein schönes Foto von Helene Grünberg habe ich vor einigenJahren an das Parteiarch iv nach Hannover gesandt u.a.auch ein Familienbild Bebels, das B. meinem Vater geschenkthatte. Ich vermute, dss auch Julie Bebel und Natalie Liebknecht nicht in Ihrem Buche fehlen werden, denn ohnediese tapferen Frauen hätten vielleicht diese Männerdie Kämpfe nicht so durchgehalten.

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