1894 führte die Arbeiterschaft Nürnbergs ein Unternehmendurch, das epochemachend gewirkt und durch das sie sich immereinen ehrenvollen Namen in der Geschichteddrder deutschenArbeiterbewegung gesichert hat. Das war die Gründungdes ersten deutschen Arbeitersekretariats.
Auf Seite 159 ist erwähnt: Eine für 1.Oktober 1895eingerufene Frauenversammlung, in der Brau Steinbach ausHamburg über" Die Arbeiterinnen im Kampf um ihre
wirtschaftliche Existenz sprechen sollte, wurde im voraus
verboten.
Seite 193 Die politische Frauenbewegung wurde am 18. September1906 mit einer Frauenversammlung im Bürgersaal eingeleit et,die als Delegierte zur Mannheimer Frauenkonferenz dieArbeitersekretärin Grünberg wählte. Als Grünberg in einerspäteren Frauenversammlung Bericht über diese Konferenzerstattete, wurde sie als Vertrauensperson aufgestellt. Von derGründung eines Vereins musste Abstand genommen wenden, dafürwurde das System der freiwilligen Parteibeträge eingeführt.Die Bewegung machte sehr gute Fortschrifttdie Zahl derfreiwilligen Beitragszahlerinnen stieg bis auf 500. Zur inter-nationalen Frauenkonferenz wurde Genossin Grünberg entsendet.Seite 207 Die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiterinnenkam nur langsam vorwürts. rst als in den letzten Jahrenin der Person der Genossin Grünberg eine Arbeitersekretärinangestellt und ihr dieses Gebiet zugewiesen wurde, nahm dieBewegung ein etwas rascheres Tempo an. Von den 22 000Arbeiterinnen, die in Nürnberg Lohnarbeit verrichten, sindEnde d. Jhrs. 1907 5264 gewerkschaftlich organisiertgewesen. Um die Aufklärung der Areniterinnen durch Be-rufskolleginnen selbst erfolgen zu lassen, wurde imvorigen Jahre der Versuch gemacht, Arbeiterinnen für dieAgitation heranzubilden durch die Errichtung ge-werkschaftlicher Unterrichtskurse, die von der GenossinGrünberg geleitet wurden. Diese Aufklärungsarbeit suchteder Magistrat zu hintertreiben, imdem er die Kursefür eine" Lehranstalt " erklärte, die Konzessionspflichtigsei. Als die Leiterin der Kurse sich weigerte, um dieKonzession nachzusushen, wurde sie zur Anzeige gebracht.Die grosse Aktion endete mit einer Blamage des Magistrats,die Genossin Grünberg wurde vom Schöffengericht frei-gesprochen-
Seite 217 1908 die gewerkschaftliche Frauenbewegunghat in den letzten Jahren auch eine verheissungsvolleEntwicklung genommen. Von besonderer Bedeutung ist hierdas erfreuliche Emporblähen des Dienstbotenvereins.