Akte 
Korrespondenz
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

Frida Wiemer

Bamberg 2, Rupprechtshöhe19.7.52

Sehr geschätzte Genossin Juchacz !

Nun kann ich Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dassim Stadtarchiv in Nürnberg die Bände der Fränkischen Tagespostnoch erhalten sind und im Lesesaal eingesehen werden können.Voraussichtlich fahre ich im August aufeinige Tage nach Nürnberg und werde einen Teil der Bände durchsehen. Unkosten brauchenSie mirnicht ersetzen, da ich noch alte Freunde in Nürnberg habe, bei denen ich wohnen kann. Besonders bin ich mit KarlBrägers Witwe eng befreundet. Leider sind bei dem Brand desBrögerschen Siedlungshäuschen der 2. Teil des Manuskriptes vondem Buch" Held im Schatten" und die ganzen Tagebücher, dieBröger ab 1918 geführt hat, restlos verbrannt, In diesen wäreeine Fülle vom Material gewesen.

Mit der Beschaffung der Gleichheit wird es wohl schwierig sein,ich selbst habe sie nie gebunden gehabt. Man las die Zeitschriftund gab sie weiter.

Sie haben recht, man hat viel im Gedächtnis und dann doch Zweifel,ob man auch alle Erlebnisse chronologisch ordnen kann. Es isteben doch zuviel auf einen eingestürmt.

Haben Sie den Genossen Willy Helf in Düsseldorf kennengelernt?Er hatte in Düsseldorf - Oberkassel, Luegallee 4 eine Buchhandlung-Ich weiss aber nicht, ob er noch der Besitzer ist. Ich lernteHelf auf einen Buchhändlerkurs der soziald. Buchhändler kennenund als einen sehr aufgeschlossenen Genossen schätzen. Vielleichtkönnte Ihnen Helf mit manchem Material dienen. Sie können sichauf mich berufen.

In Nürnberg werde ich bei verschiedenen Genossen nachfragen,ob Ihnen irgendwie Material zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit guten Wünschen und freundlichen Grüssen

Ihre

Frida Hiemer