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Korrespondenz
Entstehung
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sich die Einseitigkeit unserer politischen Erziehung mituntersehr bemerkbar. Daran scheiterte auch der Versuch einer Verbrei-terung der Parteibasis, namentlich zu dem ganz gewaltig angeund dem kleinen Mittel stand hin.wachsenen Heer der AngestelltenWeite Kreise unserer Anhänger fiel en allzugern in eine wohl feil oBeharrung zurück, die Partei blieb in ihrer erdrückenden Mehr-heit auf die Handarbeiter beschränkt, Angestellte und andere" gehobene" Schichten, darunter auch die Kleinbürger, wurdendeshalb umso leichter eine Beute der nazistischen Donagogie.

2. Die neue sozialdemokratische Partei

Jetzt ist der zweite Weltkrieg über uns gekommen und hat Zustandogeschaffen, wie eine noch so ausschweifende Fantasie es sichnicht hätte träumen lassen. Deutschland besteht nicht mehr,seine Städte sind Ruinen, seine landschaften sind zerstört, VieleMillionen Menschen sind tot, unzählige sind Krüppel geworden.Unser Volkskörper blutet aus tausend Wunden. Alle Beziehungenzum Ausland sind zerrissen. Jm Lande selbst hat eine Völkerwan-derung sondergleichen eingesetzt. Nicht minder geval tig sinddie politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaft=1ichen Wirkungen. Der Kapitalismus als herrschendes Gesellschafts:und Wirtschaftssystem ist verschwunden, auch seinen Festen drohtder Untergang. Der liberale Individualismus ist tot, das bürger-liche Zeitalter neigt sich seinem Ende zu. Wir erleben einebeispiellose soziale Revolution. Zur Zeit haben wir noch einwahres Chaos. Tas daraus hervorgehen wird, können wir umso won-iger sagen, als wir zunächst noch keinerlei Entschlussfreiheithaben. Mit Bestimmtheit wissen wir heute nur, dass wir arm undunfrei geworden sind

Unter solchen Umständen ist die rindung neuer oder die Vaderbelebung ter arteien eine doppelt und dreifach ernste Frage.Bine Demokratie braucht jedoch Parteien, denn ohne sie ist eindemo Kratisches Staatswesen nicht denkbar. Die al ten Parteien va-ich brauche nur auf dasren überal tert, wenn nicht vergreist,Zentrum und die ehemals liberal on Mittelparteien zu verweisen.Aber auch die Sozialdemokratie kann nur wieder erstehen, wennsie sich zu einer gründlichen Erneuerung an Haupt und Cliedern,entschliesst. Der theoretische Teil ihres Programmes muss grund-lich überholt verden, der praktische ist nicht mehr brauchbar-vor der ungeheuren Umwälzung dieser Zeit besteht weder das einenoch das andere. Venn daher wieder aufgebaut werden soll, kanngeschehen, für a eaa Fun-das nur auf völlig neuen Fundamentendamente fohlen aber in dem jetzigen Stadium noch die Fausteine.otbaerrichten.Jn günstigsten Falle kann man einenWenn des heute an zahlreichen Orten schon geschieht und auchschon wieder interlokale Verbindungen geschaffen werden- gut,abar man sollte gleichzeitig nicht versäumen, sich RechenschaftUber die Grenzen des Möglichen zu geben und sich von jeder Jllu-sionspolitik freihalten. Heute sind die Grensen noch sehr enggesteckt, Not und Gebot beherrschen uns und diktieren unsere Ar-beit. Und diese Arbeit trotz alledem zu versuchen, dazu gehörenMut, Entschlusskraft und überdies Entsagungsfähigkeit. Die Hin-dernissse werden noch verstärkt durch die allgemeine Ermüdungin Volke und einen starken Hang zum Fatalismus, beide ErscheiAungen verden sich auch in Parteileben bemerkbar machen, waseine nicht zu unterach tzende weitere Gefahr bedeutet( ganznebenher bemerke ich hier, dass nach meiner Meinung auch dasWahl system einer Nachprüfung bedarf.).