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Zeit neuer Be hrung anbricht und dazu eine Zeit von geschichtlicher Grösse, darf sie sich Jhrer Selbständigkeit unter keinen Um-ständen begeben. Es wäre eine Vorsündigung gegen ihre runvolleVergangenheit und ein verhängnisvoll or Fehler für die Zukunft.Von den Kommunisten trennt uns überdies noch ungemein viel, imProgramm und ebenso in der Taktik. Wir dürfen auch nicht leichtsorBertig thre grosse Schuld an dem Machtaufstieg Hitlers vergessen,sie haben ihm durch eine kindische Politik den Weg gebahnt unddie Demokratie in latester Weise bekämpft, Und in der äusserstwichtigen Frage der Kriegsschuld stehen wir abermals in sehroffomGegensatz zu ihnen, weil wir eine Kollektivschuld dos deutschenVolkes nachdrücklich verneinen. Vergessen wir auch nicht, dassein Bündnis mit den Kommunisten und die Gewinnung anderer starkerWahl erschichten und damit die Entwicklung zu einer wirklichonVolkspartei sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen würde.Der kommunistische Wunsch ist brigens nicht ganz selbstlos. DiePartei fühlt sich unsicher und ist anlehnungsbedürftig. Denn selbstin der russischen Zone sind ihre alten Kampfmethoden nicht mehrmöglich, in den anderen Zonen hängt sie völlig in der Luft. DieFrage eines Zusammenschlusses mit den Kommuniston muss mit kühlerSachlichkeit behandelt werden, und mag das Herz zehnmal Ja sagen,der abwägende Verstand sagt umso eindringlicher Nein.xJch bin am Schluss. Jeh habe hier Bedenken ausgesprochen, Grenzengezeigt und gleichzeitig sehr nachdrücklich auf neue Erfordernis-so verwiesen. Jch habe dargelegt, dass auch die Parteien in lebendigon Pluss der Entwicklung stehen und sich unablässig ver-andern mussen, wenn ihnen nicht der Untergang drohen soll. Undauch unsere Partei kann nur entwicklungsgeschichtlich betrachtetworden. Die alte sozialdemokratische Partei ist dahin Jhro His-sion ist erfüllt, und jetzt muss die Partei ganz neu geschaffen werdent mit einem neuen Programm, mit dem Zuatron neuer Menschen undauch mit neuen Organisationsformen. Vor dieser neuen Partei ser-den Aufgaben von grösster geschichtlicher Bedeutung stehen, vorallem wird sie als den einzigen Heilmittel dieser furchtbarenZeit- allen Erschwernissen und äusseren Hemmungen zum Trotz be-harrlich und folgerichtig auf den Sozialismus hinstenern müssen.Dazu gehören Führer mit steatomännischer Begabung und seherischemBlick. Die Aufgabe ist ungeheuer schwer, aber die Zeit verlangtgebieterisch, dass der Weg beschritten wird, und einstens wirddie Nachwelt darüber richten, ob die Sozialdemokratie dieser ihrerneuen geschichtlichen Sendung gewachsen gereken ist. Jn den Zei-ten grösster Not unseres Volkes schreitet die Partof der Stundeihrer höchsten Bewährung entgegen.