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Chronik
1885 Als die Regierung einen Nähgarnzoll einführen wollte, der dieNäherinnen sehr belastet hätte, wurden Protestversammlungen abgehaltenund der Zoll abgewehrt.( Siehe Baader und Emma Ihrer )
1886.Josephine Butler , die 1869 den" grossen Kreuzzug" gegen die Kaser-nierung der Prostitution begonnen hatte, erlebte, dass die KöniginVictoria von England die Reglementierung gesetzlich abschaffte.
1887 Eine Enquete der Regierung( in der Wäschefabrikation und Konfektion)ergab, dass Wochenlöhne von 8 und 9 Mark-für Ungeübtere sogat von 4-5Mark bezahlt wurden. Die meisten Arbeiterinnen lebten von" Kaffee" undBrot und einer Suppe am Abend. Richtiges Mittagessen konnten sie sichnur am Sonntag leisten.
1886 28.5. Der" Verein zur Vetretung der Interessen der Arbeiterinnenwurde polizeilich aufgelöst und die Vorstandsmitglieder bestraft, weiles sich um einen" politischen Verein" handele.
1886 Die Zeitschrift" Die Staatsbürgerin" musste nach der 24. Nummerihr Erscheinen einstellen, nachdem durch Ministererlass des Herrn vonPuttkammer die Arbeiterinnenvereine in Berlin , Halle, Luckenwalde , Zeitz ,Frankfurt/ Main , Düsseldorf usw. aufgelöst worden waren. Die" politische"Tätigkeit des Berliner Vereins hatte u.a. darin bestanden, dass er umdie Zulassung der Frauen zu den Gewerbegerichten petitionierte.Gertrud Guilleaume- Schack wurde als lästige Ausländerin ausgewiesen.(?)Durch Heirat Schweizerin.
1887 Helene Lange überreichte zu einer Petition des Schraderschen Kreisesan das Preuss, Kultusministerium eine" Begleitschrift", die gelbe Broschüregenannt, Darin wurde beantragt: 1.Die Lehrerinnen stärker zum wissen-schaftlichen Unterricht in der Mittel- und Oberstufe der höheren Mädchn-schulen heranzuziehen und namentlich Religion und Deutschunterricht inFrauenhand zu legen.--- 2.Von Staatswegen Anstalten für die Ausbildungwissenschaftlicher Lehrerinnen für die Oberklassen höherer Mädchenschulenzu errichten.--- Die aufsehenerregende Broschüre wandte sich gegen dendamals geltenden Grundsatz," dass die Frau nur um des Mannes willen zubilden sei". Nach langer Verschleppung der Petition erfolgte ihrescharfe Zurückweisung durch die Regierung. Damit begann die Kampfzeitder bürgerlichen Frauenbewegung.
1888 Der junge Kaiser Wilhelm II. brachte zum Ausdruck, dass für ihn,( im Gegensatz zu seiner englischen, liberalen Mutter)" Kirche, Küche, Kinder'das Reich der Frau umgrenzten.
1888 Gründung des Vereins" heform" mit dem Motto" Gleiche Bildung fürMann und Frau", durch die Kreise um Frau J.Kettler( Weimar ) und Henriette Schrader / Berlin . Später: Der Verein wandelt seinen Namen um in" Frauenbil-dung- Frauenstudium". Aus ihm gingen hervor: Helene Lange , Minna Cauer ,Marie Loeper- Houselle, Marie Stritt , Ika Freudenberg , Natalie von Milde .
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