Chronik
19
1902 Der Preussische Kultusminister sprach sich im Preuss, Landtag gegenMädchengymnasien aus, weil dadurch die im Kulturverlauf entwickelten Unter-schiede zwischen Mann und Frau leiden könnten.
1902 In Deutschland wurde der" Verein für Frauenstimmrecht", als Zweig des" Weltbundes fur Frauenstimmrecht" gegründet.
Frühjahr 1902 Der Senat der Berliner Universität lehnte die Gesuche weibl.Studierender, die ein d.Reifezeugnis hatten, um Immatrikulation, ab.
1902
im März. Die medizinischen Studenten in Halle wandten sich gegen die vom" Verein Frauenbildung- Frauenstudium" betriebene Agitation und forderten dieAusschliessung der Frauen vom Unterricht,( klinischen)" weil uns die Erfahrunggelehrt hat" dass ein gemeinsamer klinischer Unterricht der männlichen und weib-lichen Zuhörer sich mit dem Interesse eines gründlichen medizinischen Studiumsebenso wenig verträgt als mit den Grundsätzen der Sittlichkeit und Moral.
02 Der Streik der Weberinnen und Weber in Meerane ( Sachsen ) wurde nach 13Wochen siegreich beendet.
1903 3434 Frauen wurden neben 3126 männl.Textilarbeitern in Crimmitschau inSachsen ausgesperrt, weil sie den Kampf um die Einführung des Zehnstundentagsaufgenommen hatten. In diesem Gebiet starben über 27% Kinder vor dem erreichten1. Lebensjahr. Grosse Sammlungen im Reich unterstützten die Ausgesperrten undbereiteten ihnen ein grossartiges Weihnachtsfest. Während des Kampfes warenFrauen besonders aktiv.XXXXX.Einige von ihnen wurden verhaftet. Im Januar1904 musste der Streik( zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden) abgebrochenwerden.
1903 Die Bayrischen Universitäten liessen Studentinnen zu.
1903 Emmeline Pankhurst gründete, gemeinsam mit ihrer Tochter Christabeldie" Women's Social and Politcal Union", die Suffragetten- Bewegung, die baldunter der Devise:" Taten, nicht Worte" zu einer neuen Kampftaktik berging.
1904 1.1. Das nach ständigem Aufklärungskampf der Sozialdemokratie am 30.3.1903 im Reichstag angenommene Kinderschutzgesetz trat in Kraft. Es verbot dieErwerbstätigkeit der Kinder unter 14 Jahren. Die in Bremen tagende drittesozialdemokratische Frauenkonferenz bezeichnete es als ungenügend und fordertedas Verbot jeglicher Erwerbsarbeit für für schul- oder gar vorschulpflichtigeKinder, die Durchführung einer wirksamen Kontrolle des Kinderschutzes und dieHeranziehung von Aufsichtsbeamten aus den Reihen der Arbeiterschaft.