Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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Karl Marx, von einem Exilland zum andern. Oft littdie Familie bittere Not, langte es nicht zur Miete,einmal fehlte für ein neugeborenes Kind die Wiegeund einmal für ein frühgestorbenes der Sarg.Ohne Jenny Marxens Treue und Aufopferung wäre esKarl Marx nicht möglich gewesen, seine bahnbre-chenden Werke, darunter" Das Kapital ", zu schreibenund geistig wie organisatorisch den kommenden Auf-stieg der internationalen sozialistischen Arbei-terbewegung vorzubereiten.

Lassalle und die Gräfin Hatzfeld

In den 60- er Jahren regten beide unterdrückten Be-wegungen die der Arbeiter und der Frauen, aufs

neue.

1863 gründete Ferdinand Lassalle mit Arbeiterver-tretern aus Leipzig und anderen Orten den" Allge­ meinen Deutschen Arbeiterverein ". Damit gingen diedeutschen Arbeiter ihren eigenen politischen Weg,sie wollten nicht mehr Anhängsel bürgerlicherParteien bleiben. Lassalles" Arbeiterverein" for-derte u.a. das allgemeine, gleiche und direkteWahlrecht, aber noch nicht für die Frauen.Arbeiterfrauen spielten in dieser Arbeiterparteinoch keine aktive Rolle.

Doch ist bezeichnend für Lassalle, dass er längerals ein Jahrzehnt als Sachwalter der von ihremhocharistokratischen Mann schändlich behandeltenGräfin von Hatzfeld kämpfte, bis sie die Freiheitund ihr Vermögen erlangte. Nach Lassalles frühemTod gewann sie auf Teile des" Allgemeinen Deut­ schen Arbeitervereins " ziemlichen Einfluss, ohnedass dieses der Sache diente.

Sie war nicht beteiligt, als 1855 Luise Otto­ Peters mit anderen" Achtundvierzigerinnen", u.a.Auguste Schmidt und Henriette Goldschmidt inLeipzig auf einer von ihr einberufenen Frauen-konferenz den" Allgemeinen Deutschen Frauenverein"gründete.

August Bebel

Im Jahre 1869 gründeten August Bebel , Wilhelm Liebknecht und ihren Gesinnungsgenossen in Eisenach die" Sozialdemokratische Arbeiterpartei ", weil siemit manchen Auffassungen des in mehrere Richtungenzerfallenen Lassalleanischen Arbeitervereins nichtübereinstimmten.

Bebel, der an seiner frühverstorbenen Mutter undan seiner tapferen Frau Julie die besten Eigen-schaften des weiblichen Geschlechtes kennenge-lernt hatte, wollte in das Eisenacher Programmdie Forderung nach dem Frauenwahlrecht aufnehmen.Eine schwache Mehrheit hielt das für verfrüht, dadie Frauen noch nicht genügend reif wären. Sie wa-ren aber der Auffassung, dass in der sozialisti­ schen Gesellschaft die Gleichstellung beider Ge-schlechter selbstverständlich sei.

Im gleichen Jahr, 1869, gründete Luise Otto- Peters den" Verein zur Fortbildung und geistigen An-regung der Arbeiterfrauen", der nur kurze Zeit be-stand. Bedeutungsvoller war der" Verein zur Ver-

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