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Sozialdemokratischen FrauenwahlrechtsdemonstrationSchon 1895 hatte die sozialdemokratische Reichs-tagsfraktion in Parlament einen von Bebel begrün-deten Antrag auf Gewährung des allgemeinen,gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtesgestellt. Er fand von keiner der bürgerlichenParteien auch nur die geringste Unterstützung,ja nicht einmal das geringste Verständnis.Kleine Erfolge wurden dennoch erreicht. So führ-te die Gemeinde Friedrichstadt in Schleswig Holstein das Frauenwahlrecht bei der Kommunal-wahl als einzige Gemeinde in Deutschland ein.Die gesamte Partei setzte sich für das Frauen-wahlrecht ein; die sozialdemokratischen Frauenbeschlossen später, besondere Frauen demonstrati-onen durchzuführen. Hier sehen wir eine solcheDemonstration in Berlin , Unter den Linden .Käthe Kollwitz :" Spielen verboten"
Von den Anfängen ihres Bestehens hatte sich dieSozialdemokratie für Kinderschutz eingesetzt.In vielen Versammlungen wurde immer wieder inEntschliessungen gefordert:
Verbot der Kinderarbeit, Kommunalisierungder Kindergärten, Anstellung von Schul-ärzten, Errichtung von Schulbädern, vonSpielhallen usw.
1903 trat infolge dieser Agitation ein neuesKinderschutzgesetz in Kraft, ein Schritt voran.Die sozialdemokratischen Frauen beschlossen, be-sondere Kinderschutzkommissionen zu bilden, dieauf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungenachteten, bei Misständen eingriffen und für dieArbeiterkinder, die wie die Zeichnung derunserer Bewegung angehör enden Käthe Kollwitz darstellt, oft keinen Spielplatz hatten, Veran-staltungen zu organisieren.
Kinderferienkolonie
Die Kinderschutzkommissionen waren Vorläuferinnender Kinderfreunde bewegung und der Arbeiterwohl-fahrt. Sie holten die Arbeiterkinder zusammenund zogen mit ihnen in der Ferienzeit ins Grünezu Spiel und Erholung. Unser Bild zeigt Kinderin einer unserer Ferienkolonien beim Ballspiel.Die 1. Internationale sozialistische Frauen-Konferenz in Stuttgart
Im Jahre 1907 fand in Stuttgart der InternationaleSozialistenkongress statt. In Verbindung damitwar die 1, internationale sozialistische Frauen-konferenz einberufen worden, auf der 15 Nationendurch 59 Delegierte vertreten waren. Es wurdebeschlossen, künftig enge Verbindung nu halten;die Redaktion der" Gleichheit" sollte die Ver-bindungszentrale darstellen. Eine Entschliessungforderte verstärkten Kampf um das Frauenstimm-recht. Das führte dazu, dass im Jahre daraufals das neue Reichsvereinsgesetz auch der Frau
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