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das politische Versammlungsrecht gab- an einemTage, nämlich am 9. Januar 1908- 600 Demon-strationsversammlungen für das Frauenwahlrechtin Deutschland stattfand. Sie kamen alle, dieFabrikarbeiterinnen, die Heimarbeiterinnen, dieDienstboten, für die die Partei von Nürnberg aus eine besondere Organisation gebildet hatte,die Arbeiterfrauen. Der Schneesturm hielt sienicht zurück.
Am 19. März 1911 wurde zum ersten Mal der In ternationale Frauentag im Zeichen des Frauen-wahlrechtskampfes begangen. Allein in Berlin fanden 42 zum Teil überfüllte Versammlungenstatt,
Kurz vor 1914 waren es 140 000 Frauen undMädchen, die sich der Sozialdemokratie angeschlos-sen hatten.
Geschützrohrzieherei
Die sozialdemokratische Frauenbewegung war vonjeher mit der Friedensidee verbunden gewesen.Bei jeder Kriegsgefahr, die die Gegensätze unterden kapitalistischen Ländern mit sich brachte,erhoben sie die warnende Stimme. Noch im April1914 fand in Berlin eine grosse internationalesozialistische Frauenkund gebung für den Frieden
statt.
Im August 1914 brach trotz gewaltiger Friedens-kund gebungen in den Tagen und Wochen vorher,der Krieg aus. Die Staatsmänner, unter denenkein Sozialdemokrat war, waren mit mehr oderweniger Schuld in den Krieg" hineingeschliddert".Die Arbeiterbewegung konnte den Ausbruch nicht
verhindern.
Ihre Mehrheit fasste ihn in Deutschland , wie inden meisten anderen Ländern die Arbeiterbewegungauch, als Verteidigungskrieg auf. Sie verlangteFrieden sobald wie möglich, einen Frieden ohneLanderoberung und Kriegsentschädigung.Über die Frage der Kriegspolitik spaltete sichdie deutsche Sozialdemokratie und damit auch dieFrauenbewegung. Bei der Mehrheitssozialdemokra-tie blieben Anna Blos , Gertrud Hanna , Marie Juchacz , Lily Braun , Klara Bohm- Schuch, zur USP( Unabhängigen Sozialdemokratie) gehörten Klara Zetkin , Luise Zietz , Mathilde Wurm .
Unser Bild zeigt eine Geschützrohrzieherei.Auch die Frauen sind nun gezwungen dem Krieg zudienen.
Demonstrationszug am 9.11.1918
Vier Jahre währte der gewaltige Kampf. Für dieFrauen bede utete er schwerste Anstrengungen undtiefes Leid. Wo man früher die Frauen abgelehnthatte, wurden sie jetzt gefordert. UnterernährteFrauen mussten schwerste körperliche Arbeitenverrichten als Heizerinnen, Nieterinnen, Loko-motivführerinnen, an Hochöfen, in den Munitions-
fabriken.
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