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Fraktion gehörten an Frauen ua. noch an:Wilhelmine Kähler , Minna Bollmann , Anne Blos,Elisabeth Röhl , Toni Pfülf , Louise Schröder .In der USP- Fraktion sassen Luise Zietz , Lore Agnes und Mathilde Wurm .
Bald- im Jahre 1921- kam es zur Einigung dersozialistischen Parteien.
Mit der aus dem Spartakusbund hervorgegangenenKommunistischen Partei gingen Klara Zetkin und Rosa Luxemburg . Rosa Luxemburg wurde vonreaktionärem Militär ermordet. Diese genialeFrau, die sich damals schon kritisch zur Partei-diktatur im bolschewistischen Russland stellteund von den putschistischen Elementen ihrereigenen Partei überstimmt wurde, hätte sichermit dem Stalinismus und seinen Trabanten nichtsim Sinn gehabt.
Bild 29:
Marie Juchacz war die erste Frau, die in einemdeutschen Parlament sprach. In dieser Rede sagtesie:" Es wird uns nicht einfallen, unser Frauen-tum zu verleugnen, weil wir in die politischeArena getreten sind und für die Rechte des Vol-kes mitkämpfen". Die Frauen haben in der National versammlung bewiesen, dass sie mehr wollten alsnur dekorativ Plätze einzunehmen. Sie waren imPräsidium, in Kommissionen, in Fraktionsaus-schüssen arbeitend tätig. Marie Juchacz und Toni Pfülf konnten im Verfassungsausschuss nicht ver-hindern, dass die Einschiebung des Wörtchens" grundsätzlich" den Verfassungssatz" Männerund Frauen haben dieselben staatsbürgerlichenRechte und Pflichten" zu einem Kautschukpara-graphen verwandelte. Diese Beseitigung der Aus-nahmebestimmungen für weibliche Beamte, die Ein-führung der Grundschule, die Rechte des unehe-lichen Kindes, der staatliche Schutz der Mut-ter, der Ausbau der Reichswochenhilfe und Ar-beitslosenfürsorge, der Fürsorge für die Kriegs-beschädigten verdanken der Initiative sozial-demokratischer Abgeordnetinnen wichtige Förderung.Im Jahre 1920 war es, als sozialdemokratischeFrauen, unter Leitung von Marie Juchacz die" Arbeiterwohlfahrt" schufen, mit nach und nach2 000 Ortsvereinen und grossartigen Hilfs-und Schulungseinrichtungen.
Die Frau als Richterin.
In allen Landtagen, in den Stadtverordnetenver-sammlungen und Gemeindevertretungen, überallwaren Frauen tätig. Der Anblick der mitbestim-menden Frau im öffentlichen Leben wurde baldzur Selbstverständlichkeit.Getragen von dem in der Kriegszeit entstandenenstärkeren Selbstbewusstsein und gestützt aufdie weiblichen Pioniere in den Parlamenten,rückten Frauen in manchen Beruf und mancheTätigkeit vor, wie früher nur Männern vorbehal-ten waren, z.B.als Rechtsanwälte, Geschworene,-14-