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Lily, leicht spottend:" Ich bleibe ruhig hier, wenn auch nicht als" IndischerHeiliger", ich habe leider gar keine Anlage zum Säulenheiligen. Selbstim tiefsten Waldesdunkel in der Hängematte denke ich weniger an die Ret-tung meiner Seele als an die Rettung meiner armen Brüder und Schwesternlund von jeder Höhe möchte ich die rote Fahne flattern sehen."
stets/Nächster Brief" Ein Tag ohne Dich ist trotz des blauen Himmels/ ein ver-schleierter. Aber es ist selbst dann kein trüber mehr, wie alle Tageseit dem Tod meines geliebten Gatten Tod waren, ehe Du in mein Lebentratest. Wie würde er Dich segnen wenn er darum wusste! Und dennochmein lieber Freund, wiederhole ich lieber kehre ich in mein dunkleseinsames Dasein zurück und denke unserer Freundschaft als eines kurzen,schönen Traumes, als dass ich einen Tropfen Bitterkeit in den Kelch DeinesDAMINE Glückes einen Schatten in das Leben Deiner lieben Frieda bringe,Trennen wirklich trennen würde mich doch nichts mehr von Dir,
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auch wenn wir ausserlich uns trennen müssten.....
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Gestern habe ich eine schöne Partie über die Berge gemacht. Wie weitetsich das Herz dort oben Wie versinkt die enge Strassenwelt auch vor deminneren Blick!... Ich fand stets, dass es unmöglich ist, unwahr zu seinvor der Natur, daher zerfällt die zusammengeflickte, lugnerische Grössein nichts vor ihr Du, mein geliebter Freund brauchtest Dich der Probeniemals zu unterziehen denn Du bist ein echtes, lebendiges Teil dieserNatur, und ich hoffe ich würde vor Dir die Probe bestehen. Aber umunserer selbst willen wünschte ich doch sehnlich, wir träfen uns ausser-halb lastender Mauern 3 vielleicht, dass ich auch dann leichter das HerzDeines lieben Weibes gewänne. Denn etwas von den schönsten Träumen meinesLebens umgibt mich hier; ich bin weicher als da, wo der Kampf des Lebensmir täglich nahe tritt. Wie gern käme ich zu Euch obwohl ich mich auchetwas fürchte; würde doch meine Zukunft davon abhängen! Ich meine nichtdie äussere, sondern die des inneren Lebens. Deine Frieda wird nichtahnen, welche Macht sie über mein Leben hatNächster Brief:
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Es erscheint mir wirklich oft wie ein Rätsel, dass wir einander soschnell gefunden haben. Es ist mir ein Beweis mehr gegen die absurde Lob-preisung und Heilighaltung der Blutsverwandschaft. Haben doch die Jahredes Zusammenlebens mich immer mehr meiner Familie entfremdet, und diesichtbaren Bande, die mich an sie fesseln, drücken oft hart. Die unsicht-baren, die mich mit Dir verbinden werden, das weiss ich nicht nurniemals drücken,-wenigstens mich nicht sondern auch unzerreisbar sein...Heute, als ich droben im Walde lag, zog halb im Traum, mein Leben anmir vorüber, und ich dachte, was Du wohl sagen würdestwas Du wohl sagen würdest, wenn ein Vorhangnach dem anderen vor Dir aufginge, bis das ganze bunte Bild vor Dir läge.Nur ein Jahr meines Lebens war ganz ohne Sturm war nur Glück, war nurschattenloser Sonnenschein. Und jetzt? Diese kurze Spanne Zeit zwischendem Augenblick, wo Deine weiche Stimme mir zum ersten- mal so beruhigendins Ohr klang, und dem Augenblick wo ich die Schwelle meines fremdenZuhause betreten werde ist nur ein Waffenstillstand. Ich wünsche es auchnicht anders. Ich gehöre wieder ganz der Welt da draussen, und schon jetztzieht es mich gewaltsam zu ihr hin. Nur im Kampf und in der Arbeit wirddie Erinnerung an mein Märchenjahr ihren schmerzenden Stachel verlieren.Und wenn ich ruhebedürftig bin und es wird mir die Freude zuteil, inDeiner Familie kein Fremder mehr zu sein. so habe ich alles, was ich bedarfDas klingt recht schön und resigniert, nicht wahr? Und doch wird es mich-lange noch- schwere Kämpfe kosten, den Standpunkt innerlich festzuhalten.Wie ich von Kindheit an lechste nach Wissen, so verdurstete ich fast nachGlück. Ich verachtete aber das Glück, was die Dutzendmenschen so zunennen pflegten. Und wenn dann meine Sehnsucht manchmal ausbrach, so sagtemeine Grossmutter wohl mit traurigem Lächeln:" Armes Kind, was willst Duin unserer Zeit mit dem wilden korsischen Blut."... Ich halte nichts vonder christlichen Demut; ein ernstes Selbstbewusstsein steht mir höher.Darum weiss ich auch, das es nichts Wertloses ist, was ich Dir gebe, wasvon meinem Ich noch lebt, seitdem meines Gatten Sarg sich schloss. Wusst'ich das nicht, ich stünde ja wie ein Bettler vor Dir:
Ein Vagabund bin ich genannt, Will niemand von mir wissen!........so sang ich vor Jahren. Ich hörte es im vorigen Jahr nicht gern, wennmir irgendwo mein eigenes Lied entgegen klang; es passte nicht mehr zu mir.