19
Heinrich weiss nichts von der Macht seiner Persönlichkeit......Sein Wesen gebietender Wille.....
H.liess sich nicht" Sorgen von der Stirn streiche", stellte aber schwieri-gere Aufgaben......... Als Kranker zog er sich in Einsamkeit zurück....nicht von einer Frau bedient werden..... Lily: dass Du micht brauchst undhaben möchtest, wage ich nicht zu hoffen..... Heinr.:" an mich denkenicht, meine physische und psychische Situation würde nur verschlechtet....... wenn Du hier neben mir sitzest anstatt Dich zu erholen............vollkommene Nichtbeachtung" einzige Form der Teilnahme"
Er verschmäht ihr Mitgefhl, ihr Dasein ist ihm Trost...... H." Dass einunvergleichlicher Mensch wie Du, lebst!"........ Er hält in der Liebe undFreundschaft nur das Höchste für wirklich wertvoll..... sie nimmt auchmal mit Surrogaten vorlieb....? Aber doch stellt er sie auf harteProben....:" Von ihren Standesgenossen als Abtrünnige gehasst, von ihrerFamilie als Sozialistin enterbt, aus der Arbeiterbewegung als Frondeur---und als Heinrichs Frau verdrängt....".... Sie wurde schon geraumeZeit vor Dresden gemieden und danach, wie ich glaube, kaum noch gegrüsst..Das gibt das Bild..... Das ist den Aufzeichnungen ehemaliger FreundeentnommenWie eine Ausgestossene musste sie lebenSelbst
Heinrich nennt ihr Geschick grausam..... Aber:".. das hast Du nichtnur überwunden, sondern Dich** X* X zu einer selbst von mir nicht geahntenSchönheit entfaltet...... Kümmerliche Geschöpfe bedauert er," grossgemute"liebt er" mit erbarmungsloser Forderung""... acht Jahre sindvergangen, seitdem Du den mir unaussprechliches Glück bedeutenden Liebes-bund durch unsere Heirat besiegeltest und für Dich ein wahres Martyriumheaufbeschworst........ entsetzt, wenn ich daran denke,
Du hast Dich zu staunenswertem, geistigen Reichtum entfaltet.......
Aber gab es für Dich keinen anderen Weg als den durch die Stationen bitterren Leides?......... Nicht doch am Ende nur darum auf diesen Weg ge-dragt, weil Dein Schicksal Dich mit mir verknüpfte?...... Hättest Dunicht vielleicht eine ebenso reiche innere Entwicklung erfahren können,bestrahlt von der Sonne des Gluks?
Aber trotzdem überantwortet er( von der Idee einer historischen Pflichtbesessen) sein Geld, seine und Lilys Arbeitskraft, ihrer beider äussereExistenz---- die" Neue Gesellschaft".
Schuldenmassen, Gespött,--- Lily schlägt die Augen nieder...... sie hältsich die Ohren zu..... geht wie eine Taube und Blinde an Heinrichs Armaus ihrem Hause...... das neue" Heim" ist ein Unterschlupf.... sie mag ihnnicht betreten..... An der Türschwelle hebt er ihren Kopf zu sich empor....-- sie erschrickt vor seinen leuchtenden Blick,..." er sah wieein Riese aus, ich glaubte, er würde die Decke zersprengen" so erzählt L.noch nach Jahren, erschauernd........ Unheimlich erschien ihr dieseKraft........ sie fühlte sich als Besiegte entehrt...... Niedergeworfen,entwaffnet, in Schuldknechtschaft...? wie konnte er so stolz dastehen?Ataraxie-( Friede in sich selbst, Zufriedenheit, Genügsamkeit) unbegreiflich.Heinrich machte Versuche zum Verdienen Plante Jahrbuch und Weltadress-buch für Kauf- und Warenhäuser..... Bestellungenlaufen vor Erscheinen ein.H.fällt in seiner Geldnot einem Erpresser in die Hände, Prozesse reihensich daran.-......... Zugleich anderer Plan: Jahresberichte der Sozial-wissenschaften, die über die gesamte Literatur dieses Gebietesdie/ uberin einerinternationalen Ausdehnung orientieren."....... Er gewinnt Althoff, den" Allmächtigen, Allgefürchteten"....... Althoff stirbt, nachdem er ihn ge-
wonnen....
Für Althoff galt, was Klara Zetkin einmal von H.B.gesagt hat:" Der setztalles durch was er will."
Ein Inseratenvertrag mit den Metallarbeitern zerschlägt sich durchQuertreibereien Uebelgesinnter. Seite 347- 350( Zwist mit Singer)der dabei mitspielte. Dazu der Erpresser.
Sein Leid wiege federleicht, solange er L.damit verschonen könne......Ihre Liebe aber fühlt und ahnt sein Leiden.....