Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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Lily..." Morgen vor 15 Jahren kamst Du und mit Dir die grosse, starkeLiebe meines Lebens.Heute liebe ich Dich tiefer und zärtlicher als einst.Es gab Zeiten, wo ich glaubte, die Liebe wolle Abschied nehmen.Und dannist sie nur noch stärker wiedergekommen, und hat siegreich überwunden,was sie stürzen wollte. Heute kann ihr nichts mehr etwas anhaben.Meinheissester Wunsch ist, Dich glücklich machen zu können. Ach, und er istunerfüllt geblieben: Meine Liebe ersetzt Dir nicht, was Dir das Lebenschuldig blieb. Ich weiss, vielleicht besser ald Du, dass das Deine eigent-liche Krankheit ist, die Dir am Herzen frisst und es Dir nur in Momentenmöglich macht, zu vergessen. Und so, ohne helfen zu können, dabei stehen zumüssen!!! Und wenn ich Dich tausendmal mehr noch zu lieben vermöchte,es hülfe Dir nichts. Was soll ich nur für Dich tun?...... Lily"

..... er antwortet in den höchsten, innigsten Tönen der Liebe, sie habeihm alles Glück gegeben...... aber...." das einzige Glück das ichausserhalb der Seligkeit meiner Liebe zu Dir besitze, ist, dass ich nicht" glücklich" bin. Freilich, und da findet sich in dem Unsinn den Duaussprichst, wieder ein Körnchen Verstand- die Ursachen, warum ich nicht" glücklich" bin, sind das, was Du mit Recht meine Krankheit nennst.Was mir am Herzen frisst, ist, dass ich dem Leben soviel schuldig blieb,dass ich es nicht so fruchtbar machte, wie es hätte werden können, undwas das schlimmste ist, dass ich unter den Folgen dieser Tatsache denobjektiven und den noch viel quälenderen subjektiven, das beispiellose,unbeschreibliche Glück, das ich wirklich besitze, nicht immer in seinemvollen Reichtum zu geniessen vermag. Aber vielleicht komme ich dochnoch darüber hinweg und-/ wieder dank Deiner beglückenden Liebe-oderDeiner Duldung meiner Liebe- zu einem inneren Gleichgewicht das michfähig macht mein seliges Glück immer voll zu empfinden. Wenigstenshabe ich die Absicht ein neues Leben zu beginnen.

Die widrigen Zeiten dauern Jahre.

Der Sohn Schon in dem winzig Kleinen erkennt er Grösse.--Lily:... während mir das lockige Bübchen noch als niedliches Spielzeug er-schien, würdigte H.ihn bereits als Charakter...

H.:".dieses Ottokind( 3Jahre) ist ein Mensch, vor dem ich manchmal fastein Gefühl von Ehrfurcht habe, und die Verantwortlichkeit, die wir beidefür ihn tragen, empfinde ich tief."

Hammer und Meissel, Schläge und Strafe wandte er freilich nicht an...." Otto verspricht ein herrlicher Baum zu werden".... man dürfe ihnnicht zu einer Treibhauspflanze machen....." Kunststücke undreife Posen" bringen Heinrich in Zorn.

früh-

" Grösste Einfachheit in allen Lebensgewohnheiten", im Spiel und Spielzeug,vorwiegend Unterstützung der körperlichen Entwicklung"

Ernährung rohes Obst, frisches Gemüse( um 1900) Stossseufzer an dieMutter:" aber Lilychen ist unbelehrbar" Gratuliere zur BekanntschaftOttos mit dem dreijährigen Bauernbursch....... zu L.:" mir zerreist esdas Herz, wenn ich sehe, wie das gute Kind durch Deine Schenkwut geschädigtwird." H.ist in üppigem Reichtum erzogen und sucht in seiner Selbst-kritik die Ursachen in seiner Erziehung

nichtggehalten/

" Alles, was mir das Leben****** X***/ hat, möchte ich in dem geliebtenKind erfüllt sehen...."

Ueber die Erziehung und den Werdegang des KnabenSeite 356 u.f. 16.Kapitel

SXXXXX

H.sah, dass Lilys Begabung im Literarischen und Rednerischen lag.weniger im Wissenschaftlichen oder Politischen . Beim Zerfall der" Neuen Gesellschaft" wurde ihr auch das Organ für ihre Arbeiten genommen.

Seelischer Verlust. Das Vertrauen zu ihrem Mann ist dahin.? Wie ein frommesGemüt hat sie auf Heinrichs Sieg gebaut.bitte wenden