Akte 
Publizistische Äußerungen
Entstehung
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24.

Heinrich ist froh daheim zu sein. Die Wolkenschatten auf Lilys umdu-

stertem Gemüt will er schon verdrängen... Des Rätsels Losuns

Er öffnet ein altes Stahlfach, um die alte Repetieruhr herauszunehmen.Ein Zettel Er liesst:" Hierdurch bestätige ich, von Frau Lily Braun ,geborene von Kretschman , 28 000 Mark als Restzahlung der von ihr übernom-menen Schluld ihres verstorbenen Vaters, des Generals der InfantrieHans von Kretschmann an meinen verstorbenen Schwiegervater, den BaronWerner Gustedt, richtig erhalten zu haben. Ich erkläre zugleich imNamen meiner Frau, dass mit dieser Zahlung die Gesamtschuld in Höhe von78 000 Mark getilgt ist und keinerlei Forderungen mehr an sie bestehen.von Massow.Major a.D.

Lily..ins Zimmer... sieht Zettel:" Du musst Dich erschiessen!"

Redet sie irre?..... Sie habe ihrem Vater_geschworen(!) Ehrenschulden.Keiner erfahren. Nun sei sie meineidig, solange H.lebe(:)

Totentanz und Höllenfahrt- Danach Wirklichkeit? Die Ratlose hatte sichWucheren verschrieben. Vom Haus gehörte ihr kein Stein mehr. Versteigerungstand bevor.--- Mit dem letzten Geld schickt er L.u.0.nach Italien .Lily vor Angst benommen.

H.von Tür zu Tür, lässt sich Darlehen geben, scheel ansehen, schafft sichWucherer vom Halse.Muss manches hinnehmen, seinen Stolz bezwingen. Nur-auf Lilys Eleganz darf niemand anspielen.

Ihr Unrecht in seinen Augen, dass sie heroisch sich vermass, alles alleinzu tragen.

Vorher hatte er ihr geschrieben:" Du weisst, ich werde Dir nichts übelnehmen, als Verheimlichung von meiner Seite kannst Du sicher sein, dassmeine Liebe zu Dir alles erträgt, nur nicht mangelnde Aufrichtigkeit u.Verweigerung des Vertrauens.

Jetzt? er beklagt ihr stilles Erdulden:" Darüber komme ich nicht hin-weg, dass Du Not und Leid und trostlosen Kummerschlimmste Verkennung undtausend andere Peinlichkeiten in entsetzlicher Fulle und endlose Jahrehindurch auf Dich gehäuft hast...... Dagegen tritt alles andere in denHintergrund, auch der schmerzliche Mangel an Vertrauen zu mir, der diesmalnoch deutlicher hervorsticht als in früheren Fällen."

Lily:" ich schwelgte ein wenig in meinem" Martyrertum "

Sie suchte wieder seine fühlbare Kiebe und bat auch:" vielleichtversöhnst Du Dich doch noch einmal wieder mit mir,..... die ich keinen sozärtlich liebe wie Dich, so notwendig brauche wie Dich."

Heinrich ihr wechselndes Benehmen werde ihm unbegreiflich sein, denn:" das ist der grosse, peinliche Unterschied zwischen uns: Du vergisst alleSorgen und Qualen über der Liebe ,; ich fühle weder Liebe noch Freude, wennich Sorgen habe."

Sie musste sich über Armut und Sorgen mit" Flitter" trösten--reisen-- mitbewusster Absicht verschwenden, sich als reiche Frau gebärden.

Lily Statt- wie es bei ihm sei- den ganzen Menschen zu erfassen, zerspaltesich ihr das erotische Gefühl oft in ein seelisches und sexuelles. AufGeschlechtsleben neben der Ehe habe sie- zum Schden ihres Künstlertums-bisher verzichtet, im Grunde nur aus Angst" Angst vor meines Sohnes hellemBlick", Angst vor Dir der es nie verstehen würde, dass ich ihm garnichtuntreu sein kann auch wenn ich die" Treue" breche.---" Ich habe, ohne dassDu es ahntest, im Laufe unserer Ehe oft starke sinnliche Leidenschaft empfun-den, ohne dass der Gegenstand den Wunsch in mir erweckt hätte, mit ihm zuleben.Wahrscheinlich hätte ich Dich sogar viel lieber gehabt, wäre froherund frischer gewesn, wenn ich meinen sehr starken Instinkten gefolgt wäre."